06.05.2015

70 Jahre Kriegsende

Lange Zeit galt der 8. Mai in Deutschland als ein Tag der Niederlage. Es sollte mehrere Jahrzehnte dauern, bis der Tag im Bewusstsein zu einem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde.
Es sollte noch einmal mehrere Jahre dauern, bis das Erinnern zu einem festen Bestandteil der Forschung und der Kultur wurde.

Diese Neuerscheinungen bringen Licht in unerforschte Bereiche:

Peter Hallama richtet sein Augenmerk auf die Tschecheslowakei. In seinem Buch »Nationale Helden und jüdische Opfer« erforscht er die Gründe für die wenig fortgeschrittene Aufarbeitung des Holocaust.

Mit visuellen Erinnerungsdiskursen befasst sich Hannah Maischein. Sie analysiert in »Augenzeugenschaft, Visualität, Politik. Polnische Erinnerungen an die deutsche Judenvernichtung« das Selbstverständnis polnischer Augenzeugen anhand von Filmen, Ausstellungen und Denkmälern.

Der Zweite Weltkrieg ist jedoch nicht nur Gegenstand der historischen Forschung. Auch die psychologische Traumaforschung befasst sich mit den Folgen von Krieg und Holocaust. So analysiert Johanna Bodenstab die psychologische Sphäre des Holocaust. Ihr Buch »Dramen der Verlorenheit« erforscht Mutter-Tochter-Beziehungen während der Shoah.

Durch die große Anzahl an Büchern und Filmen ist der Zweite Weltkrieg und der Holocaust auch zunehmend Thema der Literatur- und Kulturwissenschaften. So etwa Alvin H. Rosenfelds Buch »Das Ende des Holocaust«. Der Autor betrachtet darin sehr kritisch wie der Erinnerungsboom in der Kultur den Holocaust publikumswirksam verpackt und damit entschärft. 


 


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