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Autorenporträt

Nils Rücker


Dr. Nils Rücker ist Mitarbeiter am Projekt zur Edition der römischen Tragikerfragmente an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.


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Nils Rücker

Ausonius an Paulinus von Nola

Textgeschichte und literarische Form der Briefgedichte 21 und 22 des Decimus Magnus Ausonius

1. Auflage 2012
376 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-25297-0
Vandenhoeck & Ruprecht

Hypomnemata. - Band 190

85,00 €
PDF eBook 69,99 € KAUFEN

Zwischen den Jahren 389 und 395 n. Chr. schrieb der Rhetor Ausonius mehrere poetische Briefe an seinen ehemaligen Schüler Meropius Pontius Paulinus, den späteren Bischof von Nola. Im Zentrum dieser Briefgedichte steht die Klage über das lange Schweigen des Freundes und über dessen Entschluss, das Leben als reicher Grundbesitzer gegen ein christlich-asketisches Leben einzutauschen. Paulinus antwortete in zwei Briefgedichten, in denen er sein Verhalten rechtfertigte. Der Briefwechsel hat immer wieder die Aufmerksamkeit der Gelehrten geweckt, denn erstens ermöglicht er es, das Phänomen christlicher Askese nachzuvollziehen. Zweitens fasziniert er aufgrund seiner existenziellen Thematik: Ein junger Mann am Scheideweg schlägt den Rat eines alten Mannes aus und verlässt ihn.

Zugrunde liegt eine Situation, die Bestandteil allgemein menschlicher Erfahrung ist und in jeder Epoche auch literarisch verhandelt wurde.
Auf die Gelehrten wirkte der Briefwechsel als ein intimer Akt der Kommunikation, der Rückschlüsse auf das emotionale Verhältnis der Autoren zuließ. Nils Rücker versteht die Briefgedichte dagegen als Literatur, die wie die Briefgedichte des Horaz in die Form persönlicher Briefe gegossen wird, tatsächlich aber für einen größeren Rezipientenkreis geschrieben ist. Die Gedichte beziehen Stellung in den literarischen, philosophischen und theologischen Diskursen des 4. Jahrhunderts. Der erste Teil der Untersuchung beschreibt die literarischen und kulturellen Voraussetzungen des Briefwechsels und arbeitet die komplexe Überlieferungsgeschichte auf. Der zweite Teil zeigt anhand der Briefe 21 und 22 des Ausonius, wie der Dichter sich in der Diskussion um die richtige Lebensform mit Hilfe seiner eigenen Sprache und der klassischen Literatur positioniert.
Im Unterschied zu den anderen »Ausonius-Philologen« geht Rücker davon aus, dass es sich bei den Briefgedichten nicht um persönliche Briefe, sondern um Literatur handelt, in denen die Autoren jeweils eine ›persona‹, einen Ich-Sprecher installieren. D. h., es ist nicht möglich, von den Aussagen der Autoren auf die Autoren selbst zu schließen. Diese Auffassung ist bisher relativ neu; für die Briefdichtung versucht bisher nur Alexandre Burnier Ähnliches.

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Pressestimmen    
»In sum, Rücker's book is a valuable contribution to the study of the correspondence between Ausonius and Paulinus. His literary approach is a helpful counterweight to the predominantly biographical interests that have heretofore  predominated  […]«
Gnomon (Michael Roberts), Heft: 87 (2015)


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