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Autorenporträt

Peter Vermeulen


Peter Vermeulen

Dr. Peter Vermeulen, belgischer Psychologe und Erziehungswissenschaftler, arbeitet seit über 25 Jahren mit Menschen mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum. Er ist Mitbegründer von Autisme Centraal in Gent, einem Ausbildungs- und Bildungszentrum zu Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), an dem er als Dozent und Trainer arbeitet und das er mit leitet.


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Peter Vermeulen

Autismus als Kontextblindheit

1. Auflage 2016
333 Seiten mit 68 Abb. und 1 Tab. kartoniert
ISBN 978-3-525-49010-5
Vandenhoeck & Ruprecht

35,00 €
PDF eBook 27,99 € KAUFEN

Untersuchungen in Europa, Kanada und den USA ergaben, dass bei sechs bis sieben von tausend Personen eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) diagnostiziert wird. Was bedeutet das?Mit »Autismus als Kontextblindheit« beschreibt Peter Vermeulen eine neue Sichtweise zum Autismus-Verständnis. Seine Kernaussage lautet: Menschen mit Autismus zeigen in der Wahrnehmung ihrer objektbezogenen und sozialen Umwelt Probleme bei der schnellen, vorbewussten, intuitiven Erfassung und Nutzung von Kontextinformation. Dieses im Vergleich zu anderen Menschen herabgesetzte Gespür für Kontext ist hirnorganisch begründet und erklärt die autistischen Besonderheiten in Wahrnehmung, sozialer Interaktion, Kommunikation und Denken. Peter Vermeulen knüpft (kritisch) an viele bestehende neurokognitive Erklärungsansätze an und untermauert und belegt seine Thesen mit zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen, aber auch mit Beispielen aus seiner langjährigen praktischen Erfahrung mit Menschen aus dem Autismus-Spektrum.Allgemeinverständlich und unterhaltsam geschrieben eröffnet das Buch Betreuern, Lehrern, Begleitern und Eltern von Menschen mit Autismus neue Sichtweisen. Es zeigt Strategien zur Kompensation bzw. Hinweise und Beispiele für eine autismusfreundliche Gestaltung der Umwelt und gibt so neue Impulse für den Alltag der Betroffenen.

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Pressestimmen    
»Bemerkenswert ist seine ressourcenorientierte konstruktive Grundhaltung, die weg führt von einer Defizitorientierung, die sich leider immer noch durch viele andere Fachbücher zieht.«
(Dipl.-Päd. Petra Steinborn)
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socialnet.de, 23.06.2016


Leserstimmen  


Sonja Röder  26.11.2016 00:30  Uhr
Autismustherapie: Kontext auf den ersten Blick oder: Dolmetschen von Zusammenhängen Wie bitte? – Die wichtigste Therapie für Autisten besteht in Freundlichkeit. Jawohl. Nicht-Autisten sollten sie annehmen, wie sie sind, weil das, nicht anders als bei jedem, Voraussetzung fürs Lernen ist. Depressiv lernt sich’s schlecht. – Das zentrale Kapitel in Vermeulens neuem Werk beginnt mit der Kontextblindheit bei Menschen ohne Autismus. Es sind eben wir, die in der Mehrzahl oft übersehen, dass es Menschen mit ASS immens schwer fällt, die Zusammenhänge innerhalb einer (sozialen) Situation zu durchschauen. Der Plural „trainiert“ Autisten. Empfangen von Besuch: Es klingelt, Tür öffnen, Hallo sagen, Hand geben, hereinbitten, Jacke aufhängen, Platz anbieten, ein Getränk. Ist doch ganz einfach. Bloß, was ist, wenn der Besucher keine Jacke trägt, weil Sommer ist oder die Oma keinen Händedruck erwartet, sondern eine Umarmung? – Wir setzen „Regeln“ für die sogenannte „Normalität“ und verkennen dabei, wie viele Ausnahmen es dafür gibt, eben je nach Kontext. – Das Gähnen bei der Vokabel „Fachbuch“ beiseite: Vermeulen ist verblüffend leicht zu lesen, seine Beispiele – fast verpönt - nachgerade unterhaltsam. Autisten werden dabei nicht vorgeführt. Die Mehrheit der Nichtautisten lernt gleichsam nebenbei, dass Kontextsensitivität nur begrenzt erlernbar ist, wohl aber eine kontextabhängige Kompensationsstrategie. – Und wir? – Unser Job besteht darin, die Basis dafür zu ebnen. Ist die Antwort eines Autisten falsch, haben wir die Frage nicht konkret genug gestellt. Sinngemäß: Wodurch erhältst Du Unterstützung beim Alleinewohnen? – Durch den Fußboden. – Dagegen: Wer hilft Dir beim Alleinewohnen? – Meine Schwester. - Statt Fähigkeiten überzustülpen können wir zusammen mit autistischen Menschen Fertigkeiten entwickeln, so lange diese in präzise Situationen eingebunden sind. Sind Intuition und Empathie nicht hochdosiert, fehlt es vielleicht auch Menschen ohne ASS punktuell daran. Die Lösung: Es muss eben mehr gezielte Kommunikation her. Wann und wie haben wir gelernt, August als Name und Monat zu differenzieren oder dass wir uns auf die Geldbank nicht setzen können? – Vermeulen erspart sich und uns Patentrezepte oder Übungen. Aber seien Sie gewiss: Wenn Sie das Buch verschlungen haben, lassen sich Ideen, wie Sie Autisten in Ihrer Umgebung noch besser begegnen können, schlicht nicht vermeiden. Blinde Flecke in der Wahrnehmung einer Situation kennt ein jeder. Man könnte durchaus zanken über die Vokabel „Kontextblindheit“. „Autismus und Kontextsensitivität“ oder „Autismus und Kontext-Kurzsichtigkeit“ wären differenziertere Titel gewesen, aber weitaus holpriger. Was Vermeulen gelingt, ist die Wahrnehmung unserer Wahrnehmung von Wahrnehmung. Dressuransätze im Umgang mit Autisten fallen damit über Bord. Peter Vermeulen: Autismus als Kontextblindheit Vandenhoeck & Ruprecht 2016, 333 Seiten, 35,00 €, pdf ebook 27,99 €, EAN 978-3-525-49010-5

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27. - 27.04.2017

Autismus verstehen

Göttingen

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15.06.2016

15.-16. Juni 2016: Peter Vermeulen auf der Internationalen Autismus-Fachtagung AUTEA in Bielefeld

Peter Vermeulen spricht auf der Internationalen Fachtagung »AUTEA: Autismus - Herausforder-
ungen und Praxis I«
über seinen Ansatz »Autismus als Kontextblindheit«. Die Tagung findet vom 15.-16. Juni in Bielefeld statt. Ort der Veranstaltung ist die Ravensberger Spinnerei.
 

17.05.2016

Neue Sichtweisen? Vortrag über Autismus am 19. Mai 2016 in Göttingen

Neue Sichtweisen über die Autismus-Spektrum-Störung eröffnet der Diplompsychologe Rudolph Reinhard. Am 19. Mai 2016 spricht er in Göttingen über den Ansatz von Dr. Peter Vermeulen. Los geht es um 19:00 in der Pausenhalle der BBS Ritterplan.

21.01.2016

Kontextblind!

»Wie redest Du denn mit mir!?«
Autismus-Spektrum-Störungen gibt es häufiger als allgemein angenommen.

Über »Autismus und Kommunikation« spricht heute der Experte Reinhard Rudolph. Er ist Übersetzer des Buches »Autismus als Kontextblindheit« (Peter Vermeulen), das im März erscheint. Der Gesprächskreis Autismus und das Ritterplan-Forum laden ein um 19 Uhr in die BBS Göttingen.