20.04.2016

Die neueste Ausgabe der Zeithistorischen Forschungen ist da!

Wie die deutschen Urlauber nach Spanien und Kamele nach Lanzarote kamen... Diese und andere Themen finden Sie in der neuesten Ausgabe der »Zeithistorischen Forschungen«!

Heute gelten die Deutschen als „Reiseweltmeister“. Der regelmäßige Auslandsurlaub, lange Zeit ein Privileg kleiner Bevölkerungskreise, wurde für die Mehrheit der Bundesbürger jedoch erst seit Anfang der 1970er-Jahre zu einem erschwinglichen Konsumgut. Wie Sina Fabian im aktuellen Heft der „Zeithistorischen Forschungen“ belegt, eröffnete zum Beispiel die „Jumbo-Premiere“ 1971 den Westdeutschen neue Möglichkeiten: Günstige Pauschalreisen mit der Boeing 747 machten besonders den Spanien-Urlaub zum Massenphänomen. Aber was suchten und erlebten die Urlauber dort?

Pauschalreisen ins Ausland lassen sich gerade aus zeithistorischer Perspektive als eine Form der Risikobegrenzung verstehen: Für Menschen, die meist wenig Auslandserfahrung und oft ein schmales Budget hatten, versprachen solche Reisen neue Erlebnisse bei geringem eigenem Aufwand und relativ niedrigen Kosten. Länder wie Spanien oder Italien waren in den 1970er-Jahren hinreichend fremd und reizvoll, aber der Grad der Fremdheit überforderte niemanden, zumal wenn es vor Ort deutschsprachige Reiseleiter und deutschen Filterkaffee gab. Andererseits wurde durchaus das „authentische“ Spanien gesucht – und die Reiseunternehmen erfüllten diesen Wunsch, indem sie etwa Exkursionen nach Barcelona organisierten, „traditionelle“ spanische Abende inszenierten oder Kameltouren auf Lanzarote anboten (die es vor dem Massentourismus dort nicht gegeben hatte).

Ein ganz anderes Thema dieses Hefts ist die Arbeit von Häftlingen in der DDR. Häufig gab es dazu in den vergangenen Jahren kontroverse wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Diskussionen: Inwieweit läßt sich hier von „Zwangsarbeit“ sprechen, und welche Entschädigungsansprüche ergeben sich daraus? Um solche geschichtspolitischen Fragen diskutieren zu können, ist es zunächst einmal nötig, die Formen und Bedingungen von Häftlingsarbeit in der DDR näher zu erforschen. Jan Philipp Wölbern zieht in seinem Aufsatz eine vorläufige Bilanz.

Ein Debattenbeitrag zur Geschlechterforschung stammt von der in den USA lehrenden Historikerin Karen Hagemann: Sie hat anhand von statistischem Material näher aufgeschlüsselt, wie hoch der Frauenanteil unter den Studierenden, bei Dissertationen, Habilitationen und Professuren vor allem seit den 1970er-Jahren in der bundesdeutschen Geschichtswissenschaft gewesen ist. Das Ergebnis ist ambivalent: Gemessen an der Situation früherer Jahrzehnte hat es bei der Gleichberechtigung unverkennbare Fortschritte gegeben, aber von einer wirklichen Gleichheit in Bezug auf Karrierechancen beider Geschlechter kann in der Geschichtswissenschaft nach wie vor nicht die Rede sein.

In weiteren Beiträgen des Hefts geht es u.a. um das Verhältnis zwischen der US-amerikanischen Presseagentur Associated Press und der nationalsozialistischen Bildpublizistik (dieser Artikel hat im In- und Ausland schon große Resonanz gefunden), um Unternehmensplanspiele in den 1960er-Jahren, um das Erben als Thema der Zeitgeschichte und um das „National September 11 Memorial & Museum“ in New York.

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Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History (ZF) ist eine neue Zeitschrift zu Fragen der Zeitgeschichte in deutscher, europäischer und globaler Dimension.

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