16.08.2016

Endspurt bei den Olympischen Spielen in Rio

Bis zum Sonntag noch stellen Sportler aus aller Welt ihr Können unter Beweis. Die riesigen Stadien untermauern die besondere Bedeutung dieses Sportevents. Vor hundert Jahren musste sich der Sport als massenkulturelles Phänomen in Deutschland erst etablieren. Noyan Dinçkal zeigt in seinem Buch »Sportlandschaften – Sport, Raum und (Massen-)Kultur in Deutschland 1880–1930«, welche Rollen und Funktionen dabei die Sportstätten einnehmen.

Zwischen den 1880er und 1930er Jahren etablierten sich nicht nur der Sport als ein massenkulturelles Phänomen der Moderne, sondern auch die spezifischen Sportstätten und sportbezogenen Zweckbauten, wie wir sie im Wesentlichen noch heute kennen. Noyan Dinçkal nimmt den Sport als ein räumliches Ereignis in den Blick. Seine Studie zeigt, wie sehr einerseits Sport von räumlichen Bedingungen bestimmt war, aber andererseits auch, wie sehr Sport imstande war, Raum zu definieren, und zwar in physisch-materieller, symbolischer und sozialer Hinsicht.
Wie wurden Sporträume hervorgebracht, welche Funktionen erfüllten sie, in welchen Zusammenhängen wurden sie genutzt und mit welchen Bedeutungen versehen? Die Untersuchung zeigt, dass sich in Sporträumen weit mehr als Sport ereignete: In ihnen manifestierten sich neue Formen repräsentativer Massenöffentlichkeit, sie waren bedeutende Orte der politischen Festkultur, sie dienten dem Konsum und der sozialen Selbstverständigung, in ihnen zeigte sich auch die zunehmende Regulierung von Lebensäußerungen durch Normen und Techniken wissenschaftlicher Experten.


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