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Sarah Panter


Sarah Panter

Dr. Sarah Panter ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz.


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Sarah Panter

Jüdische Erfahrungen und Loyalitätskonflikte im Ersten Weltkrieg

1. Auflage 2014
410 Seiten mit 1 Karte gebunden
ISBN 978-3-525-10134-6
Vandenhoeck & Ruprecht

Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. - Band 235

80,00 €
PDF eBook 64,99 € KAUFEN

Im Ersten Weltkrieg kämpften jüdische Soldaten in den Armeen aller Kriegsparteien. Zugleich sahen sich auch die jüdischen Gemeinschaften in der ›Heimat‹ der beteiligten Nationen mit einer in diesem Ausmaß bisher ungekannten Herausforderung konfrontiert: Sie mussten ihre grenzüberschreitenden jüdischen Solidaritätsvorstellungen mit ihren staatsbürgerlichen Loyalitätsvorstellungen in Ausgleich bringen und (wenn notwendig) verteidigen. Verschärft wurde dieses Dilemma durch die humanitäre Lage der jüdischen Zivilbevölkerung in Osteuropa, durch deren Siedlungsgebiet die östliche Kriegsfront verlief – eine Konstellation, die wiederum selbst nicht ohne Rückwirkungen auf die Debatten der Juden in Europa und den USA blieb. Indem die Studie jüdische Kriegserfahrungen aus dem deutschsprachigen und dem angloamerikanischen Raum analysiert, kann sie die Deutungskämpfe über verschiedene Vorstellungen und Praktiken des Jüdischseins während des Krieges erstmals systematisch-vergleichend gegenüberstellen. Dabei gelingt es ihr insbesondere auch, die Dynamiken zwischen den jüdischen Akteuren und deren Handlungsspielräume in den Fokus zu rücken. Insgesamt leistet die Studie damit einen wichtigen Beitrag dazu, das Narrativ einer für das 20. Jahrhundert oft vereinfacht dargestellten jüdischen Untergangsgeschichte (Deutschland, Österreich) einerseits und einer jüdischen Erfolgsgeschichte (Großbritannien, USA) andererseits aufzubrechen und der historiografischen Sogwirkung der Erfahrungen des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs zu entziehen.

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Pressestimmen    
»Die verdienstvolle Untersuchung bietet eine Analyse der Aushandlung jüdischer Identitätsentwürfe, die bisher nicht in einer vergleichenden und transnationalen Perspektive systematisch erforscht wurden. Dabei bewältigt die Autorin überzeugend die Zusammenführung der Historiographien der vier Untersuchungsländer. Die Zusammenschau kann sowohl als wichtiges Korrektiv bisher einseitiger jüdischer >Untergangsgeschichten< (Deutschland, Österreich) als auch einseitiger jüdischer >Erfolgsgeschichten< (Großbritannien, USA) gelesen werden, erinnert aber auch daran, dass sich langfristig der Krieg auf die Verschiebung des Machtgefüges zwischen >neuen< (USA, Palästina) und >alten< jüdischen Zentren (Deutschland, Österreich, Russland) in der Diaspora des 20. Jahrhunderts auswirkte.«
Historische Zeitschrift (Martin Liepach), Band 302, 2016
 
Historische Zeitschrift, 17.06.2016, Heft: Bd. 302/2016


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