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Bernd Reiners

Kinderorientierte Familientherapie

Mit Beiträgen von Jörn de Haen, Hartmut Epple und Irene Hau-Belschner


272 Seiten mit 11 Abb. und 3 Tab. kartoniert
ISBN 9783525462683
Vandenhoeck & Ruprecht

25,00 €
PDF eBook 19,99 € KAUFEN

Die Kinderorientierte Familientherapie (KOF) wurde vom norwegischen Psychologen Martin Soltvedt entwickelt und führt die Kinderperspektive in die familientherapeutische Arbeit ein. KOF eignet sich für Familien mit Kindern von bis zu zehn Jahren, die in Familiengesprächen oft aus dem Blick geraten. Das neue schulenübergreifende Verfahren vereint Elemente klassischer Spieltherapie und systemischer Familientherapie.
Zunächst spielt der Therapeut allein mit dem Kind, zeichnet die Spielsequenz auf Video auf und bespricht sie mit den Eltern, um Parallelen zum Alltag der Familie erkennen zu können. Anschließend spielen Eltern und Kind gemeinsam. So zeigen sich familiäre Interaktionsmuster ebenso wie die innere Welt des Kindes. Im Gespräch werden alternative Handlungsmöglichkeiten mit den Eltern entwickelt, die in der nächsten Spielsituation ausprobiert werden können. Zur Unterstützung steigt die Therapeutin mit ihrer Alter-Ego-Figur in das Spiel ein.
Die Kinderorientierte Familientherapie ist eine hilfreiche Ergänzung für systemische Therapeuten, die mit Kindern arbeiten – oder für Kindertherapeutinnen, die Eltern unmittelbarer einbeziehen möchten.

Mehr Infos zum Buch

Pressestimmen    
»Das Buch ist durchzogen von der Begeisterung, die der Autor für die Methode zeigt. Es ist zu wünschen, dass sich viele Leser(innen) hiervon anstecken lassen und den Schritt wagen, Spiel in ihre Arbeit einzubeziehen und die Tür des kindertherapeutischen Settings für Eltern zu öffnen. Jüngere Kinder, die sich in Sprache nur begrenzt ausdrücken können, würden dies dankbar aufnehmen.«
Kontext (Wiltrud Brächter), Heft: 44, 3 (2013)


»Beim Lesen glaubt man selbst dabei zu sein, so anschaulich sind die Spiel- und Gesprächssequenzen.«
Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie (Armin Nilles), Heft: 62 (2013)


»Reiners hebt heraus, dass die KOF auf therapeutischer Seite die Fähigkeit und die Bereitschaft erfordert, sich einer Familie aus demBlickwinkel des Kindes zu nähern. Die Anregungen, die das Buch gibt, sind gut in die Arbeitsweise der Frühförderung integrierbar. Da es verständlich geschrieben ist und die Begeisterung des Autors miterleben lässt, wünsche ich dem Buch eine weite Verbreitung.«
Frühförderung interdisziplinär (Lothar Unzner), Heft: 3/ 2014, 33. Jg.


»Angesichts der Aktualität des Ansatzes der KOF ist dieses Buches für Lehre, Studium und Praxis eine
uneingeschränkte Empfehlung wert. Dem Autor ist für die Rezeption des nordeuropäischen Ansatzes in
Deutschland ein großer Dank auszusprechen, denn es ist zunehmend wichtig, dass die Systemische Therapie in Deutschland Ansätze im internationalen Kontext wahrnimmt und für die eigene Weiterentwicklung nutzt.«
socialnet.de (Dr. George Singe), 13.01.2014


Leserstimmen  


Armin Nilles  18.09.2013 11:43  Uhr
Vorab: Mit diesem Buch wird die kinderorientierte Familientherapie um einen originellen Fachbeitrag und einen praxistauglichen Methodenkoffer bereichert. Bernd Reiners stellt in seinem Buch Kinder-, Familien- und Systemischen Therapeuten eine hilfreiche und wirksame Ergänzung ihrer methodischen Vielfalt vor. Dazu arbeitet er sorgfältig Bezüge zu verschiedenen therapeutischen Konzepten heraus und bietet Therapeuten neue Zugangs- und Interaktionsmöglichkeiten mit Kindern und Eltern an. Dem Leser wird es durch eine anschauliche Ausdrucksweise und einer konsequenten Praxisorientierung leicht gemacht, sich mit der Kinderorientierten Familientherapie und ihrem Anliegen und Konzept (kurz: KOF) vertraut zu machen. Der Psychologe, Paar- und Familientherapeut Bernd Reiners lernt 2004 in der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik in Vaxjö (Schweden) die KOF kennen. Er erkennt darin mehrere Besonderheiten, die der Norweger Martin Solvedt und mit ihm die Schwedin Barbro Sjölin-Nilsson herausgearbeitet haben: Als wichtiges Diagnose- und Therapieinstrument wird das (Sandkasten-)Spiel genutzt. Kinder zwischen ca. 4 und ca. 12 Jahren können damit geradezu selbstverständlich als kompetente und gleichberechtigte Person in Beratung und Therapie eingebunden werden. Zugleich lernen Kind und Eltern am Modell des Therapeuten, gemeinsame und zieldienliche Interaktionen – das so genannte „samhandling“ - zu entwickeln. Auch wenn die Videoaufzeichung des Spiels für sich alleine keine Innovation darstellt, so macht das Wechselspiel zwischen unterschiedlichen Spiel-Settings und Video-Nachbesprechung in Verbindung mit dem Menschenbild und den Anwendungsfeldern der KOF das Neuartige an dieser Vorgehensweise deutlich: Das Kind kann nur dann als gleichwertiger Partner angesprochen und motiviert werden, wenn die Familienmitglieder zusammen mit dem Berater/Therapeuten auch die Sprache des Kindes verstehen und sprechen. Also sollte das Spiel als maßgeblicher Lern- und Erfahrungsort des Kindes genutzt werden. Dieses Verfahren wird seit den 1980er Jahren in Schweden und Norwegen als Behandlungs- und Untersuchungsmethode eingesetzt. In Deutschland wurde KOF erstmals 2005 in der Jugendhilfe eingesetzt und seit 2009 werden mehrtägige Einführungs- und Vertiefungskurse durchgeführt und angeboten. Das 260 Seiten umfassende Buch ist in drei gleichgewichtige Teile gegliedert. Der erster Teil ist ganz der Praxis und der (Spiel-)Anleitung gewidmet: Der Kontraktphase, dem ersten Spiel mit dem Kind, dem Nachgespräch nach dem Spiel mit dem Kind, dem ersten Spiel mit der Familie, dem Familien-Nachgespräch und dem weiteren Verlauf. Beim Lesen glaubt man selbst dabei zu sein, so anschaulich sind die Spiel- und Gesprächssequenzen. Dabei setzt Bernd Reiners viele verschiedene Praxisbeispiele ein, die typische Situationen ebenso illustrieren wie Herausforderungen und er zeigt, wie Lösungen gebahnt werden können. Im zweiten und theoretischen Teil werden die Indikation, das Setting und die relevanten theoretischen Bezüge zur Kindertherapie, Verhaltenstherapie, Systemischen Therapie und verschiedenen Spieltherapien vorgestellt. Zusätzlich verweist Bernd Reiners ausführlich auf Helm Stierlins fünf Polaritäten menschlicher Beziehung, um zieldienlich Spiel und Kommunikation in der Familie interpretieren und fördern zu können. Ebenso ausführlich betrachtet er Wirkfaktoren und Wirkung der KOF, um Anhaltspunkte für einen eigenständigen Therapieansatz liefern und kritisch/konstruktiv diskutieren zu können. Im letzten Teil geht er ausführlich auf Herausforderungen der KOF in der Praxis ein. Er stellt alternativ das Spielgespräch zum Sandkasten-Spiel vor, das für ältere Kinder gewinnbringend ist. Zusätzlich unterbreitet Bernd Reiners Vorschläge was zu tun ist, wenn das Kind oder die Eltern nicht kooperieren wollen bzw. können. Spezielle Autorenbeiträge von Jörn de Haen zur Autimus-Therapie mit KOF und von Hartmut Epple und Irene Hau-Beschner zur aufsuchenden erweitern die bislang vorgestellten Anwendungsfelder der KOF.

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