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Autorenporträt

Christina Tuor-Kurth


Christina Tuor-Kurth

Dr. theol. Christina Tuor-Kurth ist Privatdozentin für Neues Testament an der Universität Basel und Leiterin des Instituts für Theologie und Ethik beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund.


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Christina Tuor-Kurth

Kindesaussetzung und Moral in der Antike

Jüdische und christliche Kritik am Nichtaufziehen und Töten neugeborener Kinder

1. Auflage 2010
404 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-56398-4
Vandenhoeck & Ruprecht

Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. - Band 101

100,00 €
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Die Aussetzung neugeborener Kinder, für moderne Moral fraglos unmenschlich und grausam, kam in den antiken Gesellschaften rund ums Mittelmeer vor. Daraus kann allerdings nicht der Schluss gezogen werden, Kindesaussetzung sei in der Zeit der Antike ein ganz alltägliches Phänomen gewesen. Zum einen lässt sich über deren Häufigkeit aus der Distanz von mehr als zweitausend Jahren nichts Sicheres sagen. Zum anderen gab es eine namhafte Zahl an Texten antiker Schriftsteller, in denen Kritik an der Kindesaussetzung geübt wird. Die entsprechenden Quellen sind in der vorliegenden Studie erstmals gesammelt und vergleichend analysiert. Sie zeigen ein klares Bild: Antike Menschen empfanden eine Kindesaussetzung als der Natur widersprechend und als gottlos. Eltern, die derartiges erwogen, wurden als gefühllose, rohe Menschen bezeichnet. Im Bereich des Religiösen gab es Maßnahmen wie der Ausschluss vom Heiligtum für eine bestimmte Zeit oder das Bezahlen einer Geldstrafe. Und wenn es auch bis ins 4. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung kein explizit gesetzliches Verbot der Kindesaussetzung gab, so waren etwa die frühen Christen sicher, dass ein solches Tun dereinst am Ende der Tage bestraft würde. Die antike Kritik an der Kindesaussetzung ist Zeugnis für eine breite Ablehnung derselben in den antiken Gemeinschaften verschiedener Zeiten und Orte. Sie zeigt aber auch, dass Kindesaussetzung keine Praxis sog. primitiver Völker war, sondern dass dahinter meist konkrete Nöte wie Armut oder uneheliche Geburt standen.

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»Das detailreiche Buch verbindet glücklich den Blick auf konkrete Lebenssituationen mit wissenschaftlicher Reflexion.«
Reformierte Presse (Edgar Kellenberger)


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Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte.