02.04.2013

Krisen – Crashs – Depressionen: Das neue Heft INDES 1-2013 ist da!

Krisen – reinigendes Gewitter oder verheerende Flut?
Katharina Rahlf und Matthias Micus stellen die neue Ausgabe der Zeitschrift INDES vor:


Wir leben in einer Zeit der Krise. Diese Diagnose dürfte weithin unumstritten sein. Zudem: Die Art und Weise, in welcher der Krisenbegriff aktuell verwendet wird, lässt durchaus verallgemeinerbare Rückschlüsse auf die Wortbedeutung zu. Zum einen ist der Kern des gegenwärtigen Krisendiskurses ökonomischer Natur, seinen Ausgangspunkt nahm er von der internationalen Finanzkrise, die wahlweise auch als Immobilien-, Banken-, Schulden- oder Währungskrise bezeichnet wird. Dass im Zuge der immensen Transferzahlungen zur Stützung von Banken, Staaten und nicht zuletzt der europäischen Gemeinschaftswährung absehbar die Geldentwertung beschleunigt wird, gilt in Expertenkreisen weitgehend als ausgemacht. Und dass Preisanstiege, Zinssenkungen und Wertminderungen bei den Sparguthaben negative Auswirkungen auf die subjektive Beurteilung der persönlichen und gesellschaftlichen Zukunft haben, die eine krisenhafte Zuspitzung der Verdrossenheitswerte nach sich ziehen können, erscheint durch den grundsätzlichen Gleichlauf von Konjunkturzyklen und demoskopisch erfragten Zufriedenheitswerten wahrscheinlich.

Zum anderen ist der Terminus der Krise durchweg negativ konnotiert. Er wird verwendet als Synonym und Chiffre für Niedergang, Verlusterfahrungen, Existenzgefährdungen. Krisen rufen Furcht und Besorgnis hervor, sie paralysieren, unterminieren das individuelle Selbstvertrauen, brechen den Mut, Risiken einzugehen und Neues zu wagen. Und schließlich sind Krisen in der öffentlichen Wahrnehmung immer dramatisch und nicht selten präzedenzlos, mithin: die jüngste Krise ist in der Regel die schwerste, tiefste und größte, die, wenn man so will, kritischste Krise.

Aber trifft das wirklich zu? Die neue Ausgabe von INDES über „Krisen – Crashs – Depressionen“ befasst sich in ihrem Schwerpunkt in einer Vielzahl von Beiträgen mit den verschiedenen Ursachen, Aspekten und Auswirkungen von Krisen. Um ein möglichst differenziertes Bild des Phänomens zu erhalten, betrachten die Texte es aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Deutlich wird dabei, dass Krisen keineswegs auf die Sphäre der Wirtschaft beschränkt sind, ja dass das Wesensmerkmal ernsthafter Krisen gerade darin zu bestehen scheint, Folgen in sämtlichen Daseinsbereichen und Lebenszusammenhängen zu zeitigen, wie Franz Walter eindrücklich in seiner Analyse „Ruhe im Sturm?“ zeigt. Kurzum: Natürlich haben Krisen vielfache ökonomische Implikationen, für gewöhnlich nehmen sie auch in wirtschaftlichen Entwicklungen ihren Ausgang. Doch streuen ihre Effekte weit über den Wirtschaftssektor hinaus und beeinflussen auf ihrem Höhepunkt nicht zuletzt die Alltagskultur, die Zukunftserwartungen und Mehrheitsmentalitäten. (...)

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»Indes« steht für Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Fundiert, pointiert und originell präsentiert sich hier ein deutungsstarkes Periodikum für politische Aufklärung. Herausgegeben von Franz Walter, Leiter des Göttinger Instituts für Demokratieforschung an der Universität Göttingen.

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