Martin Luther

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. In Erfurt studierte er von 1501 bis 1505 und erhielt den "Magister Artium" der philosophischen Fakultät. Im Anschluss begann er ein Studium der Rechtswissenschaft, trat aber dann den Augustinereremiten in Erfurt bei und wurde 1507 zum Priester geweiht.

1507 begann Luther in der Klosterschule in Wittenberg sein Theologiestudium. Ein Jahr später promovierte er zum "baccalarius biblicis" (Professor der Bibel). In dieser Zeit beginnt auch sein reformistisches Denken.

1517 verfasste Martin Luther die 95 Thesen, in denen er sich kritisch gegebenüber dem Ablasshandel äußert. Dass Luther seine  Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll, gehört wohl eher in das Reich der Legenden.
Dennoch verbreiteten sich Luthers Thesen sehr schnell. Bereits Ende 1517 waren mehrere Kopien im Umlauf.

Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. So gab es zum einen stürmische Zustimmung von einigen humanistischen Gelehrten und auch von einigen Fürsten, aber auch völlige Ablehnung aus vielen Bereichen der Kirche. Besonders stark trat hier der Dominikanermönch und Ablassprediger Johann Tetzel hervor. Tetzel reagierte als Erster mit einer theologischen Gegenkritik und warf Luther Ketzerei vor.

1518 wurde in Rom der Ketzerprozess eröffnet. Dieser ruhte aber vorerst, da das Land mit der Nachfolge des verstorbenen Kaisers Maximilian beschäftigt war. Nach der Wahl Karls V. wurde der Ketzerprozess wieder aufgenommen. Durch die ständigen Angriffe wird Luther dazu gezwungen, seine religiösen Ansichten zu einer selbständigen Theologie auszuformen. So entstanden in den Jahren 1520 und 1521 die reformatorischen Schriften "An den christlichen Adel deutscher Nation", "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".

Am 03. Januar 1521 verhängte der Papst den Bannfluch über Luther. Daraufhin wird Luther vom Kaiser nach Worms geladen. Dort soll er seine Lehren widerrufen. Doch Luther sah keinen Beweis gegen seine Thesen, der ihn dazu bewegen könnte. Daraufhin wurde über Luther die Reichsacht verhängt (Wormser Edikt), damit war er nun vogelfrei.

Auf der Rückreise wurde Luther im Auftrag von Kurfürst Friedrich dem Weisen entführt. Der Fürst gewärte Luther auf der abgeschiedenen Wartburg Unterschlupf. Hier lebte er nun incognito als Junker Jörg. Er übersetzte in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Das Werk erschien 1522, nachdem es von Melanchton und anderen Spezialisten bearbeitet wurde. 

1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück und führte die refomatorische Bewegung, die er ins Radikale abgleiten sah, wieder zurück auf die gemäßigte Linie. In den folgenden Jahren ging er daran, seine Lehren in die Praxis umzusetzen.
 
Im Juni 1525 heiratete Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora, sie bekamen in den nächsten Jahren sechs Kinder. Die Eheschließung war für ihn eine logische Konsequenz seiner Lehre, da er sie nicht mehr als Sakrament verstand, den Zölibat ablehnte und die Auflösung der Klöster verlangt hatte.
 
Als 1525 die landesweiten Bauernaufstände auch Thüringen und Sachsen erreichten, stellte sich Luther gegen die Bauern und ihren Führer Thomas Müntzer, der ein früherer Lutherschüler war.  

1534 erschien die vollständig ins Deutsche übersetzte Bibel. In den folgenden Jahren kämpfte Luther mit verschiedenen körperlichen Leiden. Der Tod seiner Tochter Magdalena (1542) traf ihn ebenfalls schwer. Dennoch führte er seine Predigttätigkeit und Lehrtätigkeit an der Wittenberger Universität fort.

In den letzen Lebensjahren verschlechterte sich Luthers Verhältnis zu Andergläubigen, insbesondere zu den Juden. 1543 veröffentlicht Luther die antijüdische Schrift "Von den Juden und Ihren Lügen" . 

Am 17.01.1546 brach Luther zu seiner letzten Reise auf. Sie führte ihn in seine Geburtsstadt Eisleben, dort sollte er die Streitigkeiten in der Mansfelder Grafenfamilie schlichten. Nach den erfolgreichen Verhandlungen stirbt der von Krankheiten gezeichnete Luther am 18.Februar 1546 in Eisleben.   
 

Martin Luther

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Beiträge ausgewiesener Fachleute zur Reformation Martin Luthers und ihren Wirkungen sowie Nachrichten aus der Luther-Gesellschaft.