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Herausgeberporträt

Alexander Gallus


Alexander Gallus

Dr. Alexander Gallus ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Chemnitz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die deutsche Zeitgeschichte und die Intellectual History des 20. Jahrhunderts. Veröffentlichungen  u.a.: Heimat „Weltbühne“. Eine Intellektuellengeschichte im 20. Jahrhundert, Göttingen 2012; (als Hg.) Die vergessene Revolution von 1918/19, Göttingen 2010; (als Hg.) Helmut Schelsky – der politische Antisoziologe. Eine Neurezeption, Göttingen 2013; (als Hg. mit Axel Schildt und Detlef Siegfried) Deutsche Zeitgeschichte – transnational, Göttingen 2015.


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Alexander Gallus (Hg.)

Meinhof, Mahler, Ensslin

Die Akten der Studienstiftung des deutschen Volkes

Mit einem Vorwort des Präsidenten der Studienstiftung des deutschen Volkes Reinhard Zimmermann

1. Auflage 2016
296 Seiten mit 16 Faksimiles gebunden
ISBN 978-3-525-30039-8
Vandenhoeck & Ruprecht

60,00 €
PDF eBook 49,99 € KAUFEN

Ulrike Meinhof, Horst Mahler und Gudrun Ensslin waren nicht nur Begründer der Rote Armee Fraktion, sondern gehörten auch zum exklusiven Stipendiatenkreis der Studienstiftung des deutschen Volkes. Bislang befanden sich die Förderakten – mit ausführlichen Lebensläufen, genauen Semesterberichten und aussagekräftigen Gutachten – unter Verschluss. Weder Journalisten noch Wissenschaftler konnten diesen einmaligen Quellenfundus nutzen. Nicht einmal dem Generalbundesanwalt wurde Einsicht gewährt, als er zur Vorbereitung der Terroristenprozesse in den 1970er Jahren beim größten und renommiertesten deutschen Begabtenförderungswerk entsprechend nachsuchte.Die Terroristen in nuce hätte er in den Dokumenten kaum gefunden. Die hier erstmals veröffentlichten Studienstiftungsakten sind gerade insofern ein beunruhigendes Zeugnis, als sie belegen, wie schwer nur im Terrorismus endende Biografien sich prognostizieren lassen. Die Unterlagen bieten mehr Anhaltspunkte für alternative Lebensverläufe und bestätigen doch, wie wenig nur ein hohes Maß an Intelligenz vor Radikalisierung und politisch motivierter Gewaltanwendung schützt. Von den jeweiligen „Gesamtpersönlichkeiten“ ihrer Stipendiaten versprach sich die Studienstiftung – wie es im zeitgenössischen Jargon hieß – »hervorragende Leistungen im Dienste des Volksganzen«. Die hohen Erwartungen wurden in den Fällen Meinhof, Mahler und Ensslin schwer enttäuscht.

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Pressestimmen    
»Gallus attestiert allen drei Stipendiaten >ein ausgeprägtes, oft überschäumendes Gerechtigkeitsem-
pfinden<. Auch hätten die drei >als philosophische Köpfe studiert<. [...] man sehe >in allen Akten, wie die drei sich politisieren und radikalisieren<. Er erkenne in Gutachten und in ihren eigenen Berichten über ihren Studienverlauf und ihre sonstigen Interessen aber >noch keine Anzeichen für Terrorismus und Gewalt<.«
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Tagesspiegel, 01.09.2016


»Gutachten und Berichte hielt die Stiftung Jahrzehnte unter Verschluss. Nun werden die Akten Meinhof, Mahler, Ensslin öffentlich: 560 Seiten Bildungstagebücher der späteren Terroristen. Sie zeigen, wie drei reflektierte Studenten immer politischer wurden, wenige Jahre bevor sie in den Untergrund gingen.«
Zur Quelle
ZEIT ONLINE, 15.09.2016


»Schauen Sie sich die hochideologischen Texte der RAF an, etwa den berühmten Satz >Bullen sind Schweine, und natürlich kann geschossen werden<. Als Stipendiaten stellten die drei skrupulöse ethische Überlegungen an; später waren ihre ideologischen Muster sehr simpel und roh. Es irritiert mich, wie solch feinfühlige Personen umschalteten in einen Kampfmodus, der Gewaltexzesse zuließ und alle Menschlichkeit auf Schemen zusammenschrumpfte. Nach Lektüre der Akten lassen mich diese Texte vollkommen ratlos zurück. Gerne hätte ich den Anfang vom Ende in den Akten gefunden, doch überzeugende Indizien fehlen.«
O-Ton Prof. Dr. Alexander Gallus
Zur Quelle
ZEIT ONLINE, 15.09.2016


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News   Alle

20.12.2016

Ausgezeichnet! »Meinhof, Mahler, Ensslin« eines der »wichtigsten Wissenschaftsereignisse« 2016

Die Edition »Meinhof, Mahler, Ensslin. Die Akten der Studienstiftung des deutschen Volkes« von Professor Alexander Gallus zählt für DIE ZEIT zu den »wichtigsten Wissenschaftsereignissen des Jahres«. Wir gratulieren!

12.09.2016

Bisher unter Verschluss gehaltene Dokumente zu den Protagonisten der ersten RAF-Generation

Ulrike Meinhof, Horst Mahler und Gudrun Ensslin gehörten dem exklusiven Stipendiatenkreis der Studienstiftung des deutschen Volkes an, bevor sie die RAF gründeten. Jahrzehntelang waren die umfangreichen Akten mit Lebensläufen und Gutachten unter Verschluss und standen bislang weder der Öffentlichkeit noch der Wissenschaft zur Verfügung. Der Herausgeber Alexander Gallus gibt nun einen Einblick in diese unbekannte Akten.