07.02.2012
Kurt Riecke spricht über sein Buch
Was war für Sie der Beweggrund, dieses Buch zu schreiben?
Es gibt ja relativ viele Veröffentlichungen zum Thema „7 Wochen ohne“. Man bereitet sich auf den Karfreitag vor, es geht um Fastenzeit, um die Frage „Was brauche ich eigentlich alles?“ Wichtige Themen. Aber meiner Meinung kann man die Fastenzeit nur richtig verstehen, wenn man anschließend darum weiß, es kommt die Osterzeit. Und an der Stelle setze ich gerne „7 Wochen mit“ dagegen: Mit der Osterfreude, mit Lebendigkeit, mit neuen Zugängen zum neuen Leben. Dieser Bogen reicht dann von Ostern bis Pfingsten und ihn wollte ich schlagen. Das ist auch eine Besonderheit dieses Buches.
Woher haben Sie all die Impulse, die Texte und Gebete?
Dieses Thema beschäftigt mich schon seit längerem und ich habe immer gesammelt. Zwei, drei Texte im Buch gehen deshalb auf Geschichten zurück, die ich irgendwo mal gehört habe. Seitdem trage ich sie in mir und habe sie weiterentwickelt. Alle anderen Texte habe ich selber formuliert.
Propst ist doch eigentlich ein Vollzeitjob. Woher nehmen Sie die Zeit und die Kraft, ein Buch zu schreiben?
Also die Texte ruhten in mir. Ich musste mich tatsächlich nur hinsetzen und losschreiben. Die waren irgendwie alle schon da.
Ich hatte das Projekt auch schon vor zweieinhalb Jahren begonnen und wollte viel früher fertig sein. Aber dann wurde ich Propst und schaffte das nicht. So hatte ich ein Jahr länger, alles in mir reifen zu lassen. Letztlich brauchte es tatsächlich nur einen kompakten, ziemlich überschaubaren Zeitraum, das aufzuschreiben. Und ich merke, es tut mir gut, Dinge schriftlich zu formulieren.
Die Texte ruhten in Ihnen. Was hat Sie besonders beschäftigt?
Das Hauptthema, wo ich wohl am meisten in Bewegung komme, ist Pfingsten, der Zielpunkt des Ganzen. Pfingsten steht für die Kraft des Lebens und Lebendigkeit. Es steht dafür, neue Impulse zu bekommen und die Kraft, sie auch zu leben. Pfingsten heißt für mich nicht, ich muss mich ständig anstrengen, ständig über meine Grenzen gehen. Sondern die Kraft für die Dinge, die wirklich dran sind, die ist einfach da. Deswegen ist dieser Zielpunkt der gesamten Entwicklung für mich der wichtigste.
Das Gespräch mit Kurt Riecke führte Jürgen Schindler.

