13.05.2015

Psychotherapie von schwer traumatisierten Flüchtlingen gefährdet!

Die psychosoziale Versorgung von traumatisierten Flüchtlingen in den Beratungs- und Behandlungszentren ist gefährdet.

Im Interview »Report Mainz« sagt Elise Bittenbinder, die Vorsitzende der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer, das bereits eines der Zentren, die sich auf die Betreuung und Behandlung von traumatisierten Menschen spezialisiert haben, die Arbeit einstellen musste. Andere werden ihre Leistungen runterfahren müssen. Es werden weniger Menschen versorgt werden können – bei steigenden Flüchtlingszahlen.

Auch jetzt schon können dringend erforderliche Psychotherapien von Menschen, die an den Folgen schwerer Menschenrechtsverletzungen leiden, nicht mehr begonnen werden.

KlientInnen und PsychotherapeutInnen von  Refugio Villingen-Schwenningen und XENION, Psychotherapeutische Hilfe für politisch Verfolgte in Berlin,  zeigen beispielhaft auf, wie wichtig die therapeutische Unterstützung für sie war und ist.   

Die Bundesregierung verweist auf Anfrage von »Report Mainz« darauf, dass die Gesundheitsversorgung in die Zuständigkeit von Ländern und Kommunen falle. Allerdings müsste die Bundesregierung selbst erwirken, dass die psychosozialen Zentren von den Krankenkassen anerkannt werden und damit abrechnen können.

(zur Sendung)


Die Arbeit von BafF würdigt die Politikerin Barbara Lochbihler:
»Es ist das große Verdienst von Organisationen wie der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF), immer wieder auf den einzelnen Menschen aufmerksam zu machen. Als unabhängiger Verband vertritt sie ausschließlich die Interessen der Opfer. Zugleich verfügen die Expert/-innen, die in den in der BAfF organisierten Einrichtungen tätig sind, über große Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen.«

Wie fruchtbar die Zusammenarbeit von BAfF auch mit den BeamtInnen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist, deren Aufgabe es ist. über Asylanträge zu entscheiden, zeigt auch die gemeinsame Initiative von BAfF und BAMF. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit liegen in der neuen Publikation »Grenzbereich der Supervision – Verwaltung in Bewegung« (u.a. von Elise Bittenbinder herausgegeben) vor (mehr).

Foto: Elise Bittenbinder



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