Literatur, die Geschichte schrieb
1. Auflage 2011
285 Seiten mit 10 Abb., kartoniert
24,95 € [D]
ISBN 978-3-525-30015-2
Kurzinformationen
Kann Literatur die Geschichte verändern?Ausführliche Informationen
Listen bedeutsamer Literatur gibt es genug. Diesem Buch liegt eine andere und neue Perspektive zu Grunde: Welche literarischen Werke haben konkrete Veränderungen in Politik, Gesellschaft oder Kultur bewirkt? Welche Romane, Dramen oder Gedichte haben Diskussionen angestoßen und den Gang der Geschichte beeinflusst? Wie stehen Literatur und Geschichte überhaupt zueinander? In 18 Beiträgen werden Romane, Dramen oder Gedichte porträtiert, die zu politischen, sozialen, rechtlichen oder kulturellen Veränderungen führten und dadurch zu Literatur wurden, die Geschichte schrieb.
Darunter befinden sich geradezu legendär gewordene Titel wie »Onkel Toms Hütte« oder »Im Westen nichts Neues«, aber auch Beiträge zu weniger geläufigen Werken wie »Die Waffen nieder!« oder »Heart of Darkness«. Sie reichen dabei zeitlich von den griechischen Gedichten Lord Byrons im frühen 19. Jahrhundert bis zu den »Satanischen Versen« von 1988. Die konkrete Wirkungsgeschichte bezieht sich dabei ausdrücklich nicht auf die geistesgeschichtlichen Langzeit-Folgen, sondern auf historisch nachweisbare Veränderungen. Die ausführliche Einleitung diskutiert außerdem das grundsätzliche Verhältnis zwischen Literatur und Geschichte und legt die Fragestellung des Bandes präzise dar.
Beiträger
Hans-Jürgen Bömelburg, Frank Bösch, Raimund Borgmeier, Sascha Feuchert, Peter Haslinger, Mark Kirchner, Dirk van Laak, Claus Leggewie, Erwin Leibfried, Friedrich Lenger, Rainer Liedtke, Anne C. Nagel, Günter Oesterle, Vadim Oswalt, Jürgen Reulecke, Dietmar Rieger, Volker Roelcke und Winfried Speitkamp.Rezensionen
Inhalt
Dirk van LaakEinleitung
Rainer Liedtke
Philhellenismus und griechischer Nationalstaat
Die Versepen von George Gordon Lord Byron (1820er Jahre)
Friedrich Lenger
Im Vorfeld des Bürgerkriegs
»Uncle Tom’s Cabin« von Harriet Beecher Stowe (1851/52)
Erwin Leibfried
Anstoß zur »ethischen Politik«
»Max Havelaar« von Multatuli (1860)
Anne C. Nagel
Fanfare der Friedensbewegung
»Die Waffen nieder!« von Bertha von Suttner (1889)
Raimund Borgmeier
Die dritte Dimension
»The First Men in the Moon« von Herbert George Wells (1901)
Sascha Feuchert
Fahrplan nach Palästina
»Altneuland« von Theodor Herzl (1902)
Winfried Speitkamp
Flussfahrt ins Grauen
»Heart of Darkness« von Joseph Conrad (1902)
Frank Bösch
Gammelfleisch und Sozialismus
»The Jungle« von Upton Sinclair (1905)
Jürgen Reulecke
Eine junge Generation im Schützengraben
»Der Wanderer zwischen beiden Welten« von Walter Flex (1916/17)
Volker Roelcke
Roman der rassischen Reinheit
»Die Sünde wider das Blut« von Artur Dinter (1917/18)
Hans-Jürgen Bömelburg
Der andere Untertan
»Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk« von Jaroslav Hašek (1921–1923)
Vadim Oswalt
Nur ein »Schlachtruf des Ritts gen Osten«?
»Volk ohne Raum« von Hans Grimm (1926)
Günter Oesterle
Das Kriegserlebnis im für und wider
»Im Westen nichts Neues« von Erich Maria Remarque (1929)
Dietmar Rieger
Der französische Existentialismus
Albert Camus und »Les Mouches« von Jean-Paul Sartre (1942/43)
Mark Kirchner
Leben zwischen Wolga und Ural, hingerichtet Berlin
Die »Moabiter Hefte« Musa Dschälils (1944)
Peter Haslinger
Die Täter und die Opfer
»Heldenplatz« von Thomas Bernhard (1988)
Claus Leggewie
Globaler Kulturkampf um einen »blasphemischen« Roman
»Die Satanischen Verse« von Salman Rushdie (1988)