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Manfred Gailus

Mir aber zerriss es das Herz

Der stille Widerstand der Elisabeth Schmitz


2. Auflage 2011
320 Seiten mit 33 Abb., gebunden
24,95 € [D]
ISBN 978-3-525-55008-3


Elisabeth Schmitz wird als »Gerechte unter den Völkern« geehrt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kurzinformationen

Elisabeth Schmitz – eine »Ausnahme von der Regel des Schweigens«.

Ausführliche Informationen

Zu ihrer Beerdigung 1977 kamen sieben Gäste. Elisabeth Schmitz, studierte Historikerin und Theologin, bis 1938 Studienrätin an einem Berliner Mädchengymnasium, kam zum Kriegsende in ihre Heimatstadt Hanau zurück. Kaum jemand hier wusste, was diese Frau unter der Nazidiktatur in Berlin an Widerstand geleistet hatte. Sie selbst schwieg dazu. Erst als man 2004 in einem Kirchenkeller eine Aktentasche mit persönlichen Dokumenten fand, wurde deutlich, wie mutig sie in Wirklichkeit gewesen war.
Sie hatte 1935 die anonyme Denkschrift verfasst, mit der die Kirche zum öffentlichen Einspruch gegen antijüdische Hetze, Boykott und Verfolgung aufgerufen wurde. Immer wieder redete sie den Kirchenoberen ins Gewissen, schrieb Briefe und forderte zum Handeln auf. Sie selbst handelte, engagierte sich für »nichtarische« Christen, unterstützte »Illegale« und versteckte über viele Jahre jüdische Mitbürger vor ihren Verfolgern.
Diese Biografie erzählt das Leben der Elisabeth Schmitz, einer protestierenden Protestantin, die sich beharrlich und ohne Aufheben um ihre Person der Nazibarbarei widersetzte. Angela Merkel nannte Elisabeth Schmitz eine »Ausnahme von der Regel des Schweigens«. Die Geschichte ihres Lebens ist eine überfällige Entdeckung.

Rezensionen

»... ›Mir aber zerriss es das Herz‹ gleicht einer kleinen Sensation.«
Harald Loch, Kölner Stadtanzeiger
»›Mir aber zerriss es das Herz‹ ist die bewegende Lebensgeschichte einer mutigen Frau, die versuchte, die Kirchen zum Widerstand gegen die Nazi-Diktatur zu bewegen, und die aus eigenem Antrieb und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Unrecht kämpfte.«
www.kulturbuchtipps.de
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»Ein lesenswertes [...] Buch [...] über eine tief gläubige, unscheinbare Frau, die sich in ihrem Handeln ausschließlich von ihrem Gewissen leiten ließ und sich dabei von ihrer Kirche allein und im Stich gelassen fühlte.«
Franziska Sperr, Süddeutsche Zeitung, 16.09.2010
»Manfred Gailus ist in seiner emphatischen Biografie eine beispielhafte Verschränkung von Einzelschicksal und Zeitgeschichte, von Allgemeinem und Besonderem gelungen.«
Urs Hafner, NZZ Online, 08.09.2010
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»Der Berliner Historiker Manfred Gailus [...] hat jetzt in einer verdienstvollen, gut lesbaren Biografie Leben und Denken der außergewöhnlichen Frau nachgezeichnet.«
Claudia Keller, tagesspiegel.de, 15.08.2010
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»»[...] ein eindrucksvolles Mosaik [...], das eine wache Frau deutscher Kirchengeschichte würdigt.««
Karin Jordt, Kieler Nachrichten, 15.05.2010
»... Der Autor hat in einer unerschrockenen Einzelkämpferin gegen den Faschismus ein würdiges Denkmal gesetzt ...«
Dieter Schmidmaier, Fachbuchjournal 5/2010
»... Von diesem leidenschaftlichen, verborgenen Leben erzählt die ausgezeichnete Biografie.«
Jürgen Israel, Die Kirche
»Her [Schmitz] rediscovery in the past few years, a fascinating story in its own right, testifies to the increasing willingness of Germans and especially the German Protestant Church over the past two decades to confront the Holocaust and the long history of Christian antisemitism.«
Prof. Shelley Baranowski, German History
»... wichtige[s] Werk für das Verständnis des christlichen Wissenstandes gegen das Dritte Reich des Nationalsozialismus.«
Werner Kurz, Hanauer Anzeiger
»... umfassend wie packend geschilderte Biografie ...«
Doris Stickler, Sonntags-Zeitung
»Seinem Buch ist weiteste Verbreitung zu wünschen.«
Friedrich Martin Balzer, Junge Welt
»...we now have this fine biography of Schmitz. It is among the recent German books that I wish could be published in English; it would be a strong addition to any course on the Third Reich.«
Victoria Barnett, Association of Contemporary Church Historians Quarterly
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Inhalt

Inhalt

I
Mit großer Verspätung: Eine protestantische Ikone wird entdeckt

II
Kindheit und Jugend in Hanau und Frankfurt

III
Zwischen Zwanzig und Dreißig: Studium in Berlin und die Harnacks

IV
Der Beruf – Alleinleben – Freundinnen

V
Als Hitler kam: Martha Kassel, Karl Barth und die Denkschrift gegen die Judenverfolgung

VI
Kristallnachtschock, Frühpensionierung und Judenhilfe: Gefährliche Zuspitzungen

VII
Rückkehr nach Hanau: Heimatprovinz als geistiges »Exil«

VIII
Geschichte eines Geheimnisses: Elisabeth Schmitz und ihre Denkschrift

IX
Elisabeth Schmitz und der Protestantismus


Dokumente
1 Die Denkschrift »Zur Lage der deutschen Nichtarier« (1935/36)
2 Schmitz’ »Jahrhundertbrief« (24.11.1938) an Helmut Gollwitzer
3 Rede zum Gedenken an die »Opfer des Faschismus« vor Hanauer Schülerinnen 1950

Anmerkungen und Literatur
Register