Rainer Krause
Jochen Spang
Ulrich Sachsse
Mimisch-affektive Beziehungsregulation von früh- versus akuttraumatisierten Patienten unter Berücksichtigung amnestischer Tendenzen und Derealisation
Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
2008/54,3
S. 277–284
2008
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Childhood-onset versus acute, adult-onset traumatized patients in the light of amnestic tendencies and derealisation
Zusammenfassung
Fragestellung: In der vorliegenden Studie werden zwanzig frühtraumatisierte Patienten und neun akuttraumatisierte Patienten bezogen auf das mimisch-affektive Verhalten, die Symptombelastung sowie Amnesie und Derealisation miteinander verglichen.Methode: Das mimisch-affektive Verhalten wurde mit dem Emotional Facial Action Coding System (EMFACS) analysiert. EMFACS ist ein Kodiersystem zur Erfassung mimischer Expressionen, die Primäremotionen zugeordnet werden.
Ergebnisse: Patienten mit einer frühen im Vergleich zu Patienten mit einer akuten Traumatisierung zeigen eine vergleichbare Reduktion der mimisch-affektiven Expressivität. Die psychische Gesamtbelastung (GSI), gemessen mit der Symptomcheckliste SCL-90-R, ist bei den frühtraumatisierten Patienten signifikant höher. Die dissoziative Symptomatik, die mit dem Fragebogen zu Dissoziativen Symptomen (FDS) erhoben wurde, zeigt hinsichtlich der Skala Amnesie keine Unterschiede, frühtraumatisierte Patienten geben jedoch signifikant höhere Werte auf der Skala Derealisation an.
Diskussion: Die Reduktion der mimisch-affektiven Expressivität traumatisierter Patienten bleibt über die Zeit stabil. Frühtraumatisierte Patienten haben eine höhere psychische Symptombelastung und zeigen als Abwehrstrategie mehr Derealisation im Vergleich zu Akuttraumatisierten.
Keywords
Acute Adult-Onset versus Childhood-Onset TraumaAmnesia
Derealisation
EMDR
Facial-Affective Behaviour
PTSD
Reduction of Symptoms