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Barbara Buddeberg-Fischer
Martina Stamm
Claus Buddeberg
Richard Klaghofer

Angst und Depression bei jungen Ärztinnen und Ärzten – Ergebnisse einer Schweizer Longitudinalstudie


Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
2009/55,1

S. 37–50

2009
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Anxiety and depression in residents – Results of a Swiss longitudinal study

Zusammenfassung

Fragestellung: Es wird untersucht, wie sich Symptome von Angst und Depression bei jungen Ärztinnen und Ärzten in derWeiterbildungszeit entwickeln, welche Verläufe diese Symptome zeigen und durch welche Persönlichkeitsmerkmale Verlaufstypen von beeinträchtigter Affektivität vorhergesagt werden können. Ebenfalls wird untersucht, in welchen arbeitsplatz- und karrierebezogenen Merkmalen sowie der Work-Life-Balance sich diese Verlaufstypen von einander unterscheiden.
Methode: Im Rahmen einer prospektiv angelegten Studie wurde im Zeitraum von 2001 bis 2007 bei 390 jungen Ärzten verschiedener Fachrichtungen (54.9% Frauen, 45.1% Männer) untersucht, wie hoch der Anteil an Personen mit erhöhten Angst- und Depressionswerten (HADS-D) zu Beginn des zweiten, vierten und sechsten Weiterbildungsjahres ist. Außerdem wurden mittels TwoStep-Cluster-Analysis Verlaufstypen von Angst und Depression identifiziert. Durch eine logistische Regressionsanalyse wurde die Prädiktion der Zugehörigkeit zu den Verlaufstypen ermittelt und in einem weiteren Schritt mittels t-Test bestimmt, durch welche Merkmale sich diese von einander unterscheiden.
Ergebnisse: Hinweise für relevante Angstsymptome zeigten sich in der Berufseinstiegsphase bei 30% der Befragten, in den folgenden Jahren der Weiterbildung bei 20 %; für relevante Depressionssymptome lagen die Werte bei 15% beziehungsweise 10 %. Die Clusteranalyse ergab bezüglich Affektivität zwei Verlaufstypen: Typ A (n = 135, 34.6 %) mit anhaltend erhöhten Angst- und Depressionswerten während des Untersuchungszeitraums und Typ B (n = 255, 65.4 %) mit unauffälligenWerten im gleichen Zeitraum. Merkmale der Persönlichkeit wie Kohärenzgefühl, Self-esteem, berufliche Selbstwirksamkeitserwartung und Overcommitment haben einen signifikanten Einfluss auf die Zugehörigkeit zum jeweiligen Verlaufstyp. Auch bezüglich den Angaben zu Arbeitszeit, Mentoring-Erfahrung, Zufriedenheit mit der beruflichen Laufbahn undWork-Life-Balance unterscheiden sich Personen des Typs A von denen des Typs B.
Diskussion: Für die Fähigkeit von jungen Ärztinnen und Ärzten, Arbeitsbelastungen zu bewältigen, spielen Persönlichkeitsmerkmale eine wichtige Rolle. Personen mit erhöhter Vulnerabilität für Angst und Depression sollten während der Weiterbildungszeit gezielt und kontinuierlich mentoriert werden.

Keywords

Anxiety and Depression: Frequency and Symptom Patterns
HADS-D
Longitudinal Study
Protective and Risk Factors
Residents