Das Jahrhundert der Bilder
Bildatlas 1949 bis heute
1. Auflage 2008
798 Seiten durchgehend farb., mit ca. 500 Abb., gebunden
39,95 € [D]
ISBN 978-3-525-30012-1
Das Historische Buch 2009 bei H-Soz-u-Kult: Ausgezeichnet mit dem 3. Rang in der Kategorie Zeitgeschichte und dem 3. Rang in der Kategorie Publikumspreis
Damals – Historische Bücher des Jahres 2009: 1. Platz in der Kategorie »Ästhetik«
NDR Kultur: Sachbuch des Monats September 2009
Kurzinformationen
Bilder, die die Welt bewegten.Ausführliche Informationen
Das 20. Jahrhundert war mehr als jede Zeit zuvor ein Jahrhundert der Bilder. In zwei Bänden, auf rund 1.600 Seiten, präsentieren 160 ausgewiesene Expertinnen und Experten aus fünfzehn Wissenschaftsdisziplinen und zehn Ländern die wichtigsten und bekanntesten Bilder und Bildmedien dieses Jahrhunderts aus Politik, Kultur, Werbung und Freizeit. Das Spektrum der Bilder reicht von der Bildpostkarte und dem Sammelbild, dem Plakat und der Werbeanzeige, über die Fotografie und den Versandhauskatalog, das Kunstwerk und das Plattencover bis hin zu den elektronischen Bildern des Fernsehens und den digitalen Bildwelten von Google Earth und Second Life.
Der »Bildatlas 1949 bis heute« zeigt das zunehmend global werdende Bild der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, beginnend mit den Fotografien des Gründungsaktes der Bundesrepublik und endend mit den interaktiven Bildwelten von Second Life.
Ergänzend zu diesem Band untersucht der »Bildatlas 1900–1949« die Bilderwelten der ersten Hälfte des Jahrhunderts bis zur Friedenstaube Picassos.
Aus der Ansprache von Bascha Mika anlässlich der Buchvorstellung am 11.05.2009 in der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin:
»Ein sehr ambitioniertes Projekt ... Und was dabei herausgekommen ist, ist phänomenal. Und gerade für uns Journalisten unglaublich anregend. Eine Zeitreise in Bildern, die uns erinnern, aber im Erinnern auch immer wieder von Neuem staunen läßt. Und die uns im Lesen und Betrachten immer wieder zwingt, rückschauend eine neue, unbekannte Perspektive einzunehmen. Also etwas zu lernen.
Eine Rekonstruktion unser Geschichte der vergangenen 100 Jahre in Bildern – zum Anschauen, zum Wiedererkennen und um immer wieder Neues zu entdecken und zu begreifen.
Das, lieber Gerhard Paul, liebe Autorinnen und Autoren, ist Ihnen vorbildlich gelungen. Ich wünsche Ihnen eine hunderttausender Auflage!«
Aus Herfried Münklers Vortrag zum selben Anlass:
»Die Argonauten der Bilderflut sind von ihrem Großabenteuer zurückgekehrt. Sie haben Beute gemacht. ... Die Inspektion des kulturellen Bildergedächtnisses, wie sie von Gerhard Paul und Company unternommen worden ist, fragt nicht nach dem, was das 20. Jahrhundert an Bildern hinterlassen hat, sondern sucht nach dem, was die Ära als Bild – Vorbild, Abbild, Nachbild – geprägt hat.
[... Ich] und empfehle Ihnen die beiden Bände zum aufmerksamen Studium. Aufmerksam sollte es schon sein, denn bei aller Übersichtlichkeit der Zeitabschnitte, Medienrevolutionen und politischen Umbrüche, nach denen das 20. Jahrhundert in den beiden Bänden untergliedert wird, und trotz der guten Nachvollziehbarkeit der Themenordnung liegt in den aufgenommenen Bildern und den erläuternden Texten manches verborgen, was nur dem aufmerksamen Betrachter und Leser auffällt. So soll es, so muss es sein, wenn ein großes Werk entstanden ist!«
Rezensionen
Inhalt
Der BildatlasEin Streifzug durch unser kulturelles Gedächtnis
Gerhard Paul
Das Jahrhundert der Bilder
Bildmedien – Bildkanon – Bildatlas
1949–1959
Michael Ruck (Flensburg)
»Abschied vom Pathos« – Beginn eines »Mythos«
Die visuelle Gründungskonstruktion der Bundesrepublik
Daniela Kneißl (Paris)
EuroVisionen
Die Bildsprache des sich einigenden Europa
Rainer Eckert (Leipzig)
»Führer der Arbeiterklasse«
Der visuelle Kult um die »Liebe« der Genossen
Jürgen Wilke (Mainz)
BILD-Zeitung
Die Bilderwelt einer umstrittenen Boulevardzeitung
Martina Heßler (Offenbach)
Doppelhelix
Die Karriere eines Wissenschaftsbildes
Christoph Hamann (Berlin)
Der Aufstand
Die In-Szene-Setzung eines Volksaufstandes
Gerhard Paul (Flensburg)
»Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau«
Schlagbilder antikommunistischer Bildrhetorik
Stefanie Schüler-Springorum (Hamburg)
»Das Wunder von Bern«
Die Bundesdeutschen als virtuelle Gemeinschaft
Rainer Eckert (Leipzig)
Der Playboy der DDR
Die heile Bilderwelt der Diktatur im Magazin
Elisabeth Bronfen (Zürich)
Marilyn
Diva und Sexikone der 50er Jahre
Erhard Schütz (Berlin)
Der »Käfer«
Die Ikone des Wirtschaftswunders
Ulrike Weckel (Ann Arbor)
Geheimnisse eines Kinoerfolgs
Die Verfilmung von Des Teufels General 1955
Thorsten Loch (Potsdam)
Das Bild vom demokratischen Soldaten
Die Werbung der Bundeswehr um ihren Nachwuchs
Detlef Siegfried (Kopenhagen)
Starschnitt
Die Bildersprache der Bravo
Kaspar Maase (Tübingen)
Die Halbstarken
Bilder einer neuen Jugend
Rainer Gries (Jena)
Coca-Cola
Globale Werbeikone und Symbol der Amerikanisierung
Knut Hickethier (Hamburg)
Die Bilder der »Tagesschau«
Die Mutter der bundesdeutschen Nachrichtensendungen
Cord Pagenstecher (Berlin)
Arkadien, Dolce Vita und Teutonengrill
Tourismuswerbung und das Italien-Bild der Deutschen
Simone Derix (Köln)
Soraya
Die »geliehene Kaiserin« der Deutschen
Frank Bösch (Gießen)
»Keine Experimente«
Adenauer als alternder Staatsmann
Robert Kluge (Leipzig)
Laika
Das Bild, das dem »Sputnik-Schock« ein Gesicht gab
Jochen Hennig (München)
Das Atomium
Das Symbol des Atomzeitalters
Gerhard Paul (Flensburg)
Das HB-Männchen
Die Werbefigur der Wirtschaftswundergesellschaft
Volker Petzold (Berlin)
Mit kühnem Blick in die Zukunft ...
»Unser Sandmännchen« erobert die Kinderzimmer
1960–1969
Stephan Lahrem (Berlin)
Che
Eine globale Protestikone des 20. Jahrhunderts
Jörn Glasenapp (Köln)
Der Degendieb von Léopoldville
Robert Lebecks Schlüsselbild der Dekolonisation Afrikas
Silke Betscher & Inge Marßolek (Liverpool/Bremen)
Handzeichen im Kalten Krieg
Politische Propaganda auf ost- und westdeutschen Plakaten
Michael Diers (Hamburg)
»Was ich von der Mauer wissen muss«
Notizen zur Kunst- und Kulturgeschichte eines politischen Bauwerks
Christoph Hamann (Berlin)
Fluchtbilder
Schlüsselbilder einer mörderischen Grenze
Manuel Köppen (Berlin)
Die Kuba-Krise
Luftbilder am Rande eines Weltkrieges
Sibylle Machat (Flensburg)
Der Jahrhundertmord
Attentat vor laufender Kamera
Werner Faulstich (Lüneburg)
Das Schweigen
Ein Film schockiert die Deutschen
Tomasz Szarota (Warschau)
Der deutsche Michel
Das Autostereotyp der Deutschen
Veit Didczuneit (Berlin)
Der »Vorzeigegastarbeiter«
Die Medienkarriere des Fotos von der Begrüßung des millionsten Gastarbeiters
Michael Wildt (Hamburg)
Versandhauskataloge
Die neue, bunte Welt des Konsums
Gerhard Paul (Flensburg)
Mao
Das Porträt als Reliquie und Pop-Ikone
Marion G. Müller (Bremen)
Der Tod des Benno Ohnesorg
Ein Foto als ikonische Initialzündung einer politischen Bewegung
Detlef Siegfried (Kopenhagen)
Sgt. Pepper & Co.
Plattencover als Ikonen der Popkultur
Gerhard Paul (Flensburg)
Kollektiver Rückenakt ’67
Symbolbild der sexuellen Revolution und des antiautoritären Protests
Stephan Schwingeler & Dorothée Weber (Trier)
Der Schuss von Saigon
Gefangenentötung für die Kamera
Kathrin Fahlenbrach (Halle)
Studentenrevolte
Mediale Protestbilder der Studentenbewegung
Lars Klein (Göttingen)
My Lai
Die neuen Bilder der Opfer des Krieges
Elena Demke (Berlin)
»Die Macht der Ohnmächtigen«
Die Ikone des »Prager Frühlings« aus Bratislava
Gisela Theising (Hannover)
Jimi Hendrix
Ikone der psychedelischen Popkultur
Martina Heßler (Offenbach)
»Der Mond ist ein Ami«
Bilder der Mondlandung und die Inszenierung der Wissenschaft
1970–1979
Susanne Regener (Siegen)
»Anarchistische Gewalttäter«
Zur Mediengeschichte der RAF-Plakate
Gerd Blum (Heidelberg)
»Vorsicht Kunst«
Die Fotomontagen des Klaus Staeck
Christoph Schneider (Konstanz)
Der Kniefall von Warschau
Spontane Geste – bewusste Inszenierung?
Gerhard Paul (Flensburg)
Das Mädchen Kim Phuc
Eine Ikone des Vietnam-Krieges
Klaus Forster & Thomas Knieper (München/Braunschweig)
Das Blutbad von München
Terrorismus im Fernseh-Zeitalter
Daniela Münkel (Göttingen)
Willy Brandt
Vom Reformer zum Denkmal
Andreas Elter (Köln)
Tod eines Kameramannes
Fotografen und Kameraleute zwischen den Fronten
Silke Eilers (Ahlen)
»Sie kommen«
Selbst- und Fremdbilder der Neuen Frauenbewegung
Rolf Sachsse (Saarbrücken)
Die Entführung
Die RAF als Bildermaschine
Kathrin Fahlenbrach (Halle)
Die Grünen
Neue Farbenlehre der Politik
1980–1989
Fabio Crivellari (Konstanz)
Blockade
Friedensbewegung zwischen Melancholie und Ironie
Karin Hartewig (Göttingen)
Im Sucher der Staatssicherheit
Das heimliche Auge der Macht
Ulrich Pfeil (Saint Étienne)
Der Händedruck von Verdun
Pathosformel der deutsch-französischen Versöhnung
Eva-Maria Lessinger & Christina Holtz-Bacha (Erlangen-Nürnberg)
Turnschuh-Minister
Die Physiognomie der Macht
Anja Besand (Ludwigsburg)
Die Birne
Helmut Kohl in der Satire
Gerhard Paul (Flensburg)
Tschernobyl
Die Unsichtbarkeit der atomaren Katastrophe
Joachim Radkau (Bielefeld)
Scharfe Konturen für das Ozonloch
Zur Öko-Ikonografie der SPIEGEL-Titel
Gerhard Paul (Flensburg)
In der Badewanne
Die fotografische Ikone einer Politik- und Medienaffäre
Steffen Burkhardt (Hamburg)
Das Geiseldrama von Gladbeck
Mediale Komplizenschaft als Echtzeitkrimi
Bernd Hüppauf (New York/Berlin)
Unschärfe
Unscharfe Bilder in Geschichte und Erinnerung
Benjamin Drechsel (Giessen)
Der Tank Man
Wie die Niederlage der chinesischen Protestbewegung von 1989 visuell in einen Sieg umgedeutet wurde
Godehard Janzing (Berlin)
Der Fall der Mauer
Bilder von Freiheit und/oder Einheit
1990–1999
Klaus Honnef (Bonn)
Die nackte Republik
Aktfotografie von Amateuren in der DDR
Jan-Oliver Decker (Kiel)
Madonna
Die Konstruktion einer globalen Popikone im Musikvideo
Markus Lohoff (Aachen)
Das neue Gesicht des Krieges
Cockpit- und Raketenbilder im Zweiten Persischen Golfkrieg
Cord Pagenstecher (Berlin)
»Das Boot ist voll«
Schreckensvision des vereinten Deutschland
Eva Binder (Innsbruck)
Gestürzt
Zur Ikonografie des Denkmalsturzes in Osteuropa
Jan Wehrheim (Oldenburg)
Videoüberwachung
Das Interesse am Ungewöhnlichen im gewöhnlichen Alltag
Jürgen Döring (Hamburg)
Die blutige Uniform
Oliviero Toscani und die »Benetton-Plakate«
Hannes Heer (Hamburg)
Bildbruch
Die visuelle Provokation der Wehrmachtsausstellung
Astrid Deuber-Mankowsky (Bochum)
Lara Croft
Die virtuelle Ikone der Mediengesellschaft
Andreas Dörner (Marburg) & Ludgera Vogt (Wuppertal)
Der Medienkanzler
Die mediale Inszenierung des Gerhard Schröder
Petra Dorsch-Jungsberger (München)
Johannes Paul II
Der Schmerzensmann
Horst Bredekamp (Berlin)
Die Reichstagskuppel
Symbol der Demokratie wider Willen
2000–heute
Esther Schapira (Frankfurt a.M.)
Mohammed Al Durah
Die Ikone der zweiten Intifada
Stephan A. Weichert (Hamburg)
Aufmerksamkeitsterror 2001
9/11 und seine Inszenierung als Medienereignis
Godehard Janzing (Berlin)
The Falling Man
Bilder der Opfer des 11. September 2001
Gerhard Paul (Flensburg)
Der »Kapuzenmann«
Eine globale Ikone des beginnenden 21. Jahrhunderts
Martin Hellmold (Tübingen)
Tsunami
Bilder einer Katastrophe
Florian Rötzer (Hannover)
Die neue Transparenz
Reisen und Flanieren auf der virtuellen Erde mit Google Earth und Virtual Earth
Claus Leggewie (Essen)
Holocaust-Denkmal
Stolpersteine im Regierungsviertel
Kay Dohnke (Hamburg)
Die authentische Katastrophe
Handy-Fotos aus London und ihre Bedeutung für den Bildjournalismus
Gerhard Paul (Flensburg)
Die Kanzlerin
Die vielen Gesichter der Angela Merkel
Sabine Schiffer & Xenia Gleißner (Erlangen/Abu Dhabi)
Das Bild des Propheten
Der Streit um die Mohammed-Karikaturen
Karin Wehn (Leipzig)
Second Life
Die neue virtuelle Bilderwelt und der Traum vom Metaversum
Danksagung
Ausgewählte Literatur
Register
Autoren- und Autorinnenverzeichnis