Ihr Warenkorb ist leer
Anmelden
Zur erweiterten Suche
Georg Herbstritt

Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage

Eine analytische Studie


Analysen und Dokumente. Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), Band 29
1. Auflage 2007
459 Seiten, gebunden
29,95 € [D]
ISBN 978-3-525-35021-8

Kurzinformationen

Die erste Gesamtdarstellung der »Westarbeit« der Stasi im Kalten Krieg.

Ausführliche Informationen

In den Jahren der deutschen Teilung entfaltete die DDR eine intensive Spionagetätigkeit gegen die Bundesrepublik Deutschland. Dabei verstand sie es geschickt, die Besonderheiten eines geteilten Landes für ihre Zwecke auszunutzen. Nach der Wiedervereinigung musste sich die bundesdeutsche Justiz mit diesem Kapitel deutscher Geschichte intensiv auseinandersetzen. Ausgehend von den hierbei gewonnenen Erkenntnissen untersucht die vorliegende Studie zunächst systematisch eine wesentliche Gruppe der damaligen Akteure: Bundesbürger, die sich als Inoffizielle Mitarbeiter in den Dienst der DDR-Spionage stellten. Dabei tritt einerseits die Trivialität der Spionage immer wieder überraschend zutage. Andererseits zeigt sich, dass die »Westarbeit« des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit über die klassische Spionagetätigkeit weit hinausging, weshalb auch auf die Opfer der DDR-Spionage hingewiesen wird. Anhand erstmals ausgewerteter Quellen aus dem Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit kann schließlich gezeigt werden, dass der spürbare politische und wirtschaftliche Niedergang der DDR in den achtziger Jahren auch die geheimdienstliche Westarbeit vor zunehmende Probleme stellte. Auch einige bekannte Spionagefälle erscheinen so in einem neuen Licht. Das mit so vielen Mythen behaftete Thema wird somit auf angenehme und kompetente Weise demystifiziert.

Rezensionen

»Die Analyse bietet eine wichtige Grundlage für spätere Forschungen zum Thema.«
Axel Gablik, ZPol
»An seinem [Herbstritts] Werk kommt künftig niemand mehr vorbei, der sich mit dem ›Innenleben‹ und der Außenwirkung der HVA befasst. ... Das Buch ist nicht nur Fachleuten, sondern auch interessierten Laien uneingeschränkt zu empfehlen.«
Gerhard Wettig, H-Soz-u-Kult
Zur vollständigen Rezension
»Hervorzuheben ist bei Herbstritts Untersuchung ihr stets nüchterner Stil. So vermeidet der Autor es, sich im hart umkämpften Erinnerungsdickicht der deutsch-deutschen Geschichte zu verstricken.«
Cornelius Wüllenkemper, Süddeutsche Zeitung
»Herbstritt will ... einen realistischen Blick auf Alltag und Sozialstruktur eines idealtypischen westdeutschen DDR-Spions freigeben.«
Katja Riedel, FOCUS-Online
»Durch ein Personen- und Decknamenregister gut erschlossen, stellt sich das Buch als wissenschaftlich valide Untersuchung dar, die einem Röntgenbild der DDR-Spionage gleicht. Wer sich ihrer Problematik zuwenden will, kann an diesem Buch ebenso wenig vorübergehen wie an den einschlägigen Untersuchungen von Helmut Müller-Enbergs und Hubertus Knabe.«
Karl Wilhelm Fricke, Horch und Guck
»Ein Meilenstein der deutsch-deutschen Geheimdienstforschung ...«
Armin Wagner, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft
»Gut erschlossen durch ein Personen- und Decknamenregister, erfüllt diese Arbeit alle Voraussetzungen, um zu einem Standardwerk auf dem Gebiet der Erforschung der DDR-Spionage zu werden.«
Udo Baron, Die Politische Meinung
»... ungemein materialreiche[], akribisch recherchierte[] und spannend geschriebene[] Studie.«
Clemens Heitmann, Militärgeschichtl. Zeitschrift

Inhalt

Einleitung

1. In den Niederungen der Spionage

2. Spionageprozesse: Kontroversen und historischer Erkenntnisgewinn
2.1. Umstrittene Spionageprozesse
2.2. Der juristische Orientierungsrahmen für die Aufarbeitung
2.3. Strafverfahren als Quellengrundlage
2.4. Zum Begriff »West-IM«

3. Umstrittene Statistik: Wie viele West-IM hat es gegeben?

4. Forschungsstand und Literatur

TEIL 1: Ein Kollektivporträt: Zur Sozialstruktur des West-IM-Netzes

1. Vorbemerkung: Die Ziele der MfS-Westarbeit. Ein kurzer Überblick.

2. Klassische Rollenverteilung und Familienverhältnisse

3. Berufliche Qualifikation: Akademiker bevorzugt

4. Altersstruktur

5. Politisch engagiert: West-IM als Mitglieder politischer Parteien

6. »Gastarbeiter« beim MfS: West-IM nichtdeutscher Herkunft

TEIL 2: Aspekte der Agentenrekrutierung

1. Methoden der Agentenrekrutierung: Kategorien der HV A

2. Ein besonderes IM-Potential: Bundesbürger, die in die DDR übersiedeln wollen

3. Übersiedlungs-IM: Einschleusung von DDR-Bürgern als IM in die Bundesrepublik

4. West-IM werben West-IM
4.1. Überblick
4.2. Eltern als Agentenwerber

5. IM-Rekrutierungen mithilfe der »operativen Basis« in der DDR
5.1. Überblick
5.2. Anwerbungen bei Verwandtenbesuchen: »Verwandtschaftliche Skrupel überwinden«
5.3. Ost-West-Verwandtschaften als Ausgangspunkt zur Anwerbung jugendlicher West-IM
5.4. Eine Familie, zwei Geheimdienste
5.5. Weitere Möglichkeiten der »operativen Basis«
5.6. Erfolge und Defizite bei der Nutzung der »operativen Basis«
5.7. Deutsch-deutsche Städtepartnerschaften: Tabus für die »operative Basis«

6. Selbstanbieter

7. Professioneller Agentenfang: Werber der HV A

8. Motive und Motivationen
8.1. Druck und Erpressung
8.2. Geld
8.3. Überzeugung und Suggestion
8.4. Motivationsschwund
8.5. Motivationssteigerung
8.6. Motivation über das Jahr 1989 hinaus: West-IM beim KGB

TEIL 3: Über Ziele, Erfolge und Defizite der DDR-Spionage

1. Schadensbilanzen

2. Fallstudie: SIRA und die HV A-Agentin im Kanzleramt

3. Opfer der Spionage
3.1. Die Perspektive der Opfer in den Strafverfahren
3.2. DDR-Bürger als Opfer bundesdeutscher West-IM

4. Erfolge, Mängel und Mythen
4.1. Spuren der DDR-Spionage vor 1989
4.2. Spionagefall Kanter: Erfolg und Niederlage für die HV A
4.3. Enttarnung der Brüder Spuhler: Sicherheitsdefizite bei der HV A
4.4. Agenten-Stau am Bahnhof Friedrichstraße
4.5. Verlagerung der »operativen Arbeit« in den Westen
4.6. Nachwuchssorgen bei der Auslandsspionage?
4.7. Mythenbildung

Schlussbetrachtung

Abkürzungsverzeichnis

Quellen- und Literaturverzeichnis