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Malte Zierenberg

Stadt der Schieber

Der Berliner Schwarzmarkt 1939–1950


Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 179
1. Auflage 2008
349 Seiten mit 8 Abb., 15 Schaubildern und 5 Karten, kartoniert
39,95 € [D]
ISBN 978-3-525-35111-6


Das Historische Buch 2009 bei H-Soz-u-Kult: Ausgezeichnet mit dem 5. Rang in der Kategorie Publikumspreis

Kurzinformationen

»Es ist ein Rausch über die Menschen gekommen, zu tauschen, zu handeln«

Ausführliche Informationen

Am 9. November 1944 wurde die Schwarzhändlerin Martha Rebbien in ihrer Berliner Wohnung verhaftet, nachdem sie schon vier Jahre lang am Berliner Schwarzhandel teilgenommen hatte. Ihre Geschichte ist zugleich die Geschichte eines Marktes, die Geschichte seiner Teilnehmer und ihrer Praktiken, der ökonomischen Makrobedingungen wie einzelner alltäglicher Anpassungsleistungen. Sie ist in erweiterter Perspektive auch eine Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner während des Krieges. »Stadt der Schieber« ist eine kulturwissenschaftliche, überaus facettenreiche Analyse des Schwarzmarkts in Berlin, die in der prominenten Figur des »Schiebers« einen archimedischen Punkt findet, der das Phänomen in seine lange Vorgeschichte einbettet und die Folgen des Schwarzhandels als radikale Markterfahrung nachzeichnet.

Rezensionen

»Beeindruckend nah führt Zierenberg die Leser an die Tauschgeschäfte auf den Schwarzmärkten der Kriegs- und Nachkriegszeit heran. Der eine oder andere geradezu feuilletonistisch-impressionistische Einsprengsel ist immer an Quellen rückgebunden und zeigt, wie vielfältig dieses Thema in neuem Licht dargestellt werden kann.«
Jürgen Schmidt, H-Soz-u-Kult
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»Without a doubt, this is an outstanding book that adds new levels to our understanding of the cultural meaning of the marketplace.«
Gideon Reveuni, sehepunkte
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»Malte Zierenbergs Untersuchung entwirft ein facettenreiches Bild des Schwarzmarktes als Ort des Waren- und Bedeutungsaustausches und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Wirtschafts-, Kultur- und Stadtgeschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit.«
Sandra Schürmann, Archiv für Sozialgeschichte
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»Wie dicht und quellennah Zierenberg konkrete Tauschhandlungen beschreibt und mithilfe analytischer Kategorien wie Raum, gender oder Vertrauen zu einer Kulturgeschichte des Schwarzmarkts verwebt, macht sein Buch zu einer faszinierenden Lektüre.«
Stefan Mörchen, Historische Anthropologie
»[Eine] umfangreiche, sehr informative Monografie über den Berliner Schwarzmarkt, basierend auf solider Quellenforschung [...].«
Willi A. Boelcke, Bankhistorisches Archiv
»It is one of the best books available on the subject, and will likely become a standard work for anyone interested in the black market and life on the homefront in wartime and postwar Germany.«
Adam R. Seipp, www.h-net.org
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Inhalt

Einleitung

I. Vorgeschichten
I.1 Erfahrungsräume und Tausch-Semantiken in Berlin nach 1918
I.2 Konsumräume der Zwischenkriegszeit, Interaktionsbedingungen und neue Marktgrenzen

II. Tauschnetzwerke der Kriegszeit. Der Fall Martha Rebbien u.a.
II.1 Die Teilnehmer und ihre Praktiken
II.1.1 Ein Netzwerk entsteht. Vertrautheit, Vertrauen und Kontakte
II.1.2 Netzwerkpositionen, Professionalisierung und Tauschtechniken
II.1.3 Sozialprofile
II.1.4 Tauschkultur als Wandel sozialer Beziehungen
II.2 Tauschräume und Bewegungsmuster
II.2.1 Viertelstrukturen und Begegnungsräume
II.2.2 Schwarzhandelszentren
II.2.3 Waren aus ganz Europa
II.3 »Illegale« Währungen, Waren und Buchhaltung
II.4 Die üblichen Verdächtigen. Schieberstereotype der Kriegszeit

III. Zerstörung, Orientierungslosigkeit und neue Ordnungsmuster. Der Wandel der Schwarzmarktlandschaft im Übergang vom Krieg zum Nachkrieg

IV. Schwarzhandel zwischen Kriegsende und Währungsreformen
IV.1 Neue Räume. Die öffentlichen Schwarzmarktplätze
IV.1.1 Zentrale Orte. Verteilungslogiken
IV.1.1 Unsicherheit und neue Routinen
Praktiken auf den Schwarzmarktplätzen
IV.2 Machtvakuum und neue Schwarzmarktpolitiken
IV.2.1. Strafverfolgung
IV.2.2 Legalisierung
IV.3 Neue und alte Teilnehmer
IV.3.1 Russische und amerikanische Besatzungssoldaten. Die Sieger als Tauschpartner
IV.3.2 Ein Markt der »kleinen Leute«
IV.4 Schwarzmarktwaren der Nachkriegszeit
IV.4.1 Internationale Warenströme
IV.4.2 Schwarzmarktwaren als Vertrauensmedien
Exkurs: Die Zigarette als Kollektivsymbol der Schwarzmarktzeit

V. Geschichten vom Neuanfang. Die Straßenökonomie zwischen Währungsreform und Wirtschaftswunder
V.1 »Große Politik«, alltägliches Zeitmanagement und neue Währungspraktiken. Der Berliner Schwarzhandel unter dem Einfluss der Währungsreformen
V.2 Der Schwarzmarkt als Politikum. Die Debatten um eine neue Wirtschaftsordnung
Schluss: Schwarzhandel als radikale Markterfahrung

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen
Quellen und Literatur