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Christian Kiening

Das wilde Subjekt

Kleine Poetik der Neuen Welt


Historische Semantik, Band 9
1. Auflage 2006
311 Seiten mit 32 Abb., gebunden
34,95 € [D]
Bei Abnahme der Reihe: 31,45 € [D]
Information zu den Serienpreisen
ISBN 978-3-525-36709-4

Kurzinformationen

Verwilderte Europäer und europäisierte Wilde – die Neue Welt als Bildatlas des Imaginären.

Ausführliche Informationen

Die Neue Welt stand im Zentrum mannigfacher Interessen. Nur langsam aber wurde sie zu einem Raum des Imaginären, des Utopischen sowie der Fremd- und Selbsterfahrung. Christian Kiening beschreibt erstmals zusammenhängend, wie die beiden Amerika als Gegenstand ästhetischer, literarischer und wissenschaftlicher Sinnstiftung entdeckt werden, wie komplexe Austauschprozesse und Schnittfelder entstehen und Figuren des Übergangs – der verwilderte Europäer und der europäisierte ›Wilde‹ – auftauchen. Behandelt werden die vielfältigen Geschichten von Alterität und Mimesis, von utopischen und literarischen Inseln. Kienings brillante Studie bietet eine Vorgeschichte von Exotismus und Natursehnsucht und lässt die kulturellen und historischen Bedingungen erkennen, unter denen Fremdes als Fremdes repräsentiert wird.

Rezensionen

»Insgesamt macht Christian Kienings kleine Poetik der neuen Welt deutlich, dass eine kulturwissenschaftlich fundierte und literaturwissenschaftlich inspirierte Fragestellung auch an einem scheinbar abgegriffenen Thema zahlreiche neue Entdeckungen machen kann.«
Marina Münkler, Süddeutsche Zeitung
»Kienings Studie über die frühneuzeitliche Imagination der Neuen Welt liefert einen wesentlichen und klugen Beitrag zu einem Feld, das nur interdisziplinär erfasst werden kann. Die Materialfülle ist beachtenswert, ohne dass eine Materialschlacht gekämpft wird.«
Sabine Wilke, IASL online
»Es wäre Selbstaufgabe, wenn Kiening seinem Leser ein einfaches Ziel in Aussicht stellen würde. Die Lektüre bekommt so durchaus experimentellen Charakter. Sich darauf einzulassen, lohnt sich.«
Franz Mauelshagen, Tages-Anzeiger
»Die Leserinnen und Leser erwartet keine leicht konsumierbare Kost, am Ende aber stehen neue und aufregende Einsichten.«
Bücher zu Lateinamerika

Inhalt

1. Einleitung: Imaginäre Neue Welt
Künstliche Wilde – Rhetorik der Innovation – Momente der Erfahrung – Modelle der Tradition – Texte und Subjekte – Dritte Räume – Narrative der Emergenz – Kleine Poetik der Neuen Welt

2. Alterität und Mimesis
Krise der Repräsentation – Äußere und innere Fremde – Kulturelle Überläufer – Unfreiwillige Nähe – Praktiken der Mimesis – Indianisches Gotteslob und europäische Wissenschaft – Anziehung und Abstoßung

3. Poetik der Passion
Christliche Neue Welt – Indianer werden – Mangel und Verheißung – Verschreibungen – Fluchten und Unübersichtlichkeiten – Glück und Unglück der Fremde

4. Kannibalische Logik
Fremdvertrautes – Einverleibung und Verrechtlichung – Im Zentrum des Rituals – Singularitäten – Sehnsüchte – Übertragungen – Kannibalische Reflexion – Rhetorik des Fremden – Alter und Ego

5. Sinnliche Gegenwärtigkeit
Wunderdinge – Wundermenschen – Inszenierte Indigene – Präsenz und Repräsentation – Früchte der Kolonie – Wunderkammern

6. Utopische Inseln
Heterotopien und Utopien – Kunstvolle Staatsmechanik – Diesseits und jenseits des Realen – Die poetische Insel – Das monströse Subjekt – Schiffbruch am Erdrand – In extremis – Das Ich und sein Wilder

7. Ausblick: Reisen ins Selbst
Die Außenwelt der Innenwelt – (Nicht-)Andere – Hölle amerikanisch – Natur und Subjekt – Reflexion und Empathie – Herzadern / Nervenbahnen – Tropen