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Klaus Herding (Hg.)
Gerlinde Gehrig (Hg.)

Orte des Unheimlichen

Die Faszination verborgenen Grauens in Literatur und bildender Kunst


Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 2
1. Auflage 2006
300 Seiten mit 70 Abb., kartoniert
19,95 € [D]
ISBN 978-3-525-45176-2

Kurzinformationen

Warum sowohl Künstler wie Rezipienten das Grausige fasziniert.

Ausführliche Informationen

Zum ersten Mal wird Sigmund Freuds zentrales Werk »Das Unheimliche« (1919) nicht nur von psychoanalytischer und literaturwissenschaftlicher, sondern zugleich von kulturgeschichtlicher Seite aus kritisch gesichtet. Dabei werden Freuds Thesen für die Erforschung von reichhaltigem Material aus bildender Kunst und Literatur gewinnbringend angewendet. Das Spektrum reicht von der französischen Malerei und Literatur des 19. Jahrhunderts über Symbolismus und Surrealismus bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Doch auch sozialhistorisch bedeutsame Phänomene, wie die Ausbildung autoritärer Mythen im kreativen Kontext und die Rezeption des künstlerischen Schaffens psychisch Kranker, werden auf Aspekte des Unheimlichen hin untersucht.

Beiträger

Julia Bernard, Berlin / Hélène Cixous, Saint Denis (F) / Mechthild Fend, London / Gerlinde Gehrig, Darmstadt / Stefan Germer, Frankfurt am Main / Insa Härtel, Bremen / Rolf Haubl, Frankfurt am Main / Klaus Herding, Frankfurt am Main / Dagmar von Hoff, Mainz / Margaret Iversen, Colchester, UK / Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt am Main / Burkhardt Lindner, Frankfurt am Main / Thomas Röske, Heidelberg.

Rezensionen

»›Orte des Unheimlichen‹ ist damit vielleicht eine der originellsten Publikationen zu Freuds Text bislang, gerade weil es hier nicht mehr allein Psychologen und Literaturwissenschaftler, sondern vor allem Kunsthistoriker sind, die das Konzept durch ihre produktive Anwendungen erneut plausibilisieren.«
F.LM

Inhalt

Klaus Herding
Einleitung


Unheimliche Orte im Text

Burckhardt Lindner
Freud liest den »Sandmann«

Hélène Cixous
Die Fiktion und ihre Geister. Eine Lektüre von Freuds »Das Unheimliche«

Julia Bernard
Unheimliche Bilder im (post)romantischen Text: Balzac, die Brüder Goncourt, Zola

Insa Härtel
Autorität als Kipp- und Krisenfigur. Versuch über unheimliche, ambivalente und paradoxe Effekte


Unheimliche Orte der Psyche

Dagmar von Hoff und Marianne Leuzinger-Bohleber
Travestie des Unheimlichen

Rolf Haubl
Depersonalisierung im Werk von René Magritte

Thomas Röske
Das Unheimliche an künstlerischen Werken psychisch Kranker – Verdrängtes bei Hans Prinzhorn und seinen Nachfolgern


Unheimliche Orte im Bild

Stefan Germer
Die Lust an der Angst – Géricault und die Konjunkturen des Unheimlichen zu Anfang des 19. Jahrhunderts

Klaus Herding
Finster, lauernd, ungreifbar – die vertraute Altstadt als Hort des Unheimlichen bei Charles Meryon

Mechthild Fend
Geblähte Körper. Die Haut oder das Unverhältnis von Innen und Außen in den Porträts von J.-A.-D. Ingres

Gerlinde Gehrig
»Stiegengeschichten« – eine Illustration Alfred Kubins »Der Sandmann« von
E. T. A. Hoffmann

Margaret Iversen
Im blinden Feld – Edward Hopper und das Unheimliche