Klaus-Jürgen Grün (Hg.)
Das Gehirn und seine Freiheit
Beiträge zur neurowissenschaftlichen Grundlegung der Philosophie
3. Auflage 2009
168 Seiten, kartoniert
14,95 € [D]
ISBN 978-3-525-49085-3
Kurzinformationen
Frappante Erkenntnisse aus der Zwischenwelt von Geistes- und Neurowissenschaften.Ausführliche Informationen
Viele Menschen verbinden mit dem Begriff der Willensfreiheit intuitiv die Vorstellung, dass man unter identischen Bedingungen auch anders hätte handeln und entscheiden können, als man es faktisch tat. Daran ist die Auffassung geknüpft, dass der Mensch letztendlicher Urheber seiner willentlichen Handlungen ist und deshalb auch dafür verantwortlich.
In den Geisteswissenschaften dominierte bislang der Wunsch nach Autonomie des Geistigen nahezu alle Forschungsfragen, doch zeigen die Neurowissenschaften, dass dieser Wunsch keinesfalls mit den Beobachtungen an unserem Gehirn korrespondiert. Diese Erkenntnisse lösen heftige Kontroversen und mitunter Bestürzung aus, rühren sie doch an die Grundfesten unseres menschlichen Selbstverständnisses als autonome, frei entscheidende und selbstverantwortliche Personen.
Obwohl das Problem der Vereinbarkeit von Willensfreiheit und Determinismus eines der ältesten der Philosophie ist, genießt das Thema derzeit auch in der breiteren Öffentlichkeit bemerkenswerte Aufmerksamkeit.
Beiträger
Marc Borner, Darmstadt / Thomas Goschke, Dresden / Klaus-Jürgen Grün, Frankfurt a. M. / Gerhard Roth, Bremen / Wolf Singer, Frankfurt a. M. / Yvonne Thorhauer, Frankfurt a. M.Rezensionen
Inhalt
VorwortGerhard Roth
Willensfreiheit und Schuldfähigkeit aus Sicht der Hirnforschung
Klaus-Jürgen Grün
Hirnphysiologische Wende der Transzendentalphilosophie Immanuel Kants
Yvonne Thorhauer
Ethische Implikationen der Hirnforschung
Interview mit Wolf Singer
Gekränkte Freiheit
Klaus-Jürgen Grün
Die Sinnlosigkeit eines kompatibilistischen Freiheitsbegriffs. Arthur Schopenhauers Entlarvung der Selbsttäuscher
Thomas Goschke
Der bedingte Wille – Willensfreiheit und Selbststeuerung aus der Sicht der kognitiven Neurowissenschaft
Marc Borner
Philosophie der Hirnforschung – Faszinierend oder erschreckend?