12.05.2015

Sex in der ›Silver Society‹

Amor altert nicht
Wie lust- und liebevolle Sexualität auch im Alter gelingen kann


Als›Silver Society‹ bezeichnet das Zukunftsinstitut den derzeitigen Megatrend: »Die weltweit steigende Lebenserwartung lässt uns nicht nur älter werden, sondern auch anders altern. Zum Älterwerden gesellt sich das ›Downaging‹, das Heraustreten aus traditionellen Altersrollen der einstigen ›Senioren‹. Statt sich in den Ruhestand zu begeben, nehmen ältere Menschen selbstverständlich weiter aktiv am Gesellschaftsleben teil« (Zukunftsinstitut). (zur Quelle)
 
Diesen Trend erlebt auch Paar- und Sexualtherapeutin Dr. Elisabeth Drimalla täglich in ihrer Praxis. »Sexualität ist für diese Generation wichtig«, bestätigt sie im Interview. Mit diesem Bedürfnis – und möglichen Problemen, vor die das Alter sie dabei stellt –, sind sie aber oft allein gelassen. »Vor kurzem erzählte mir eine 63jährige Patientin, sie habe ihren Frauenarzt darauf angesprochen, dass sie darunter leide, keine Lust mehr auf Sex zu haben. Diese Patientin war sehr enttäuscht, als der Frauenarzt ihr antwortete, das sei in ihrem Alter normal und sie müsse sich damit abfinden«, erzählt Drimalla.
 
Es gibt aber durchaus Wege, mit den Herausforderungen des Alters umzugehen. »Amor altert nicht«, ist die sprechende These Drimallas. In ihrem neuen Buch vermittelt sie älteren Menschen Wissen und Übungen, um ihre gestörte oder verloren gegangene sexuelle Beziehung wiederzufinden, weiterzuentwickeln und zu intensivieren. Sie vereint – im Gegensatz zu vielen anderen Ratgebern auf dem Markt – dabei die körperlichen wie die psychologischen Aspekte. Und niemals gehe es darum, sich nach den sexuellen Mythen und Heldengeschichten über Sexualität zu richten, wie sie von der Werbung und in den Medien oft kolportiert werden. Sondern darum, die Wahrnehmung der gegenseitigen Bedürfnisse zu stärken und einen gemeinsamen liebe- und lustvollen Weg in der Partnerschaft zu finden.

Ohnehin sei für die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs die Beziehungsdauer viel entscheidender als das Alter, erklärt Drimalla. »Eine sechzigjährige Frau, die seit zwei Jahren mit ihrem Partner zusammen ist, hat – statistisch gesehen – häufiger Geschlechtsverkehr als ein dreißigjähriger Mann, der in einer zehnjährigen Beziehung lebt.« Ein solches Wissen mache den Betroffenen Mut zu gestalten statt zu resignieren.
 
Nicht nur die Betroffenen sind oft allein gelassen; auch in der Ausbildung von Ärzten und Therapeuten finden sexuelle Probleme kaum Berücksichtigung, kritisiert Drimalla. Darum richtet sie ihr Buch nicht nur an Betroffene, sondern auch an ihre FachkollegInnen, die wie sie mit der zunehmenden Ratsuche von älteren PatientInnen konfrontiert sind.


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