15.04.2015

Siebzig Jahre Befreiung des KZ Bergen-Belsen

Im April 1944 wird der Medizinstudent Louis Tas (Pseudonym: Loden Vogel, »Bleierner Vogel«) mit seinen Eltern in das »Aufenthaltslager« Bergen-Belsen gebracht. Er hat schon früher Tagebuch geschrieben und setzt diese Gewohnheit im Lager fort. Mit verdünnter Tinte so oft wie möglich Notizen zu machen, seine Erlebnisse und Erfahrungen aufzuschreiben, hat ihn, wie sich im Nachhinein erweist, mehr als alles andere am Leben erhalten.
Das Tagebuch wurde durchaus mit literarischem Anspruch verfasst. Es fällt unter den in Bergen-Belsen entstandenen Tagebüchern durch seine ironische Perspektive und zuweilen sarkastischen Kommentare auf.
In dem Text spiegeln sich die Lebensbedingungen wider, unter denen er entstanden ist – bis hin zur Situation in dem schrecklichen Todeslager, zu dem das »Aufenthaltslager« geworden war und das den Namen Bergen-Belsen zum Synonym für die Verbrechen in den Konzentrationslagern gemacht hat. Das Fragmentarische des Tagebuchs kann dementsprechend auch als Ausdruck der Wirklichkeit im Lager verstanden werden, die nur noch aus Fragmenten menschlicher Existenz bestand.
Diese Edition ist die erste deutschsprachige Veröffentlichung des Tagebuchs. Sie beruht auf dem ursprünglichen Text, der allerdings um spätere, besonders gekennzeichnete Nachträge des Autors ergänzt wird. In einem »Brief an eine Deutsche« ordnet der Autor aus der Perspektive des Psychoanalytikers, der er geworden ist, sein Tagebuch und seinen weiteren Lebensweg in einen historischen Kontext ein. Eine Einleitung von Thomas Rahe (Bergen-Belsen) und ein Kommentar des Psychoanalytikers Hans-Joachim Rothe (Frankfurt) runden den Band ab.

Das Buch ist in der Reihe Bergen-Belsen Schriften erschienen.
 


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