03.03.2015

Streit um die Klingebiel-Zelle

Hier treffen Kunstgeschichte und Psychiatriegeschichte aufeinander: Julius Klingebiel war psychisch krank und verfügte über keinerlei künstlerische Vorbildung als er aus seiner Zelle im »Verwahrhaus Göttingen« ein Gesamtkunstwerk schuf. Heute ist die Zelle ein wichtiger Teil der Outsider-Kunst und steht unter Denkmalschutz. Nun soll die psychiatrische Abteilung umziehen und es herrscht Uneinigkeit über den Verbleib der Klingebiel-Zelle. Bleibt sie in Göttingen und wird als Denkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht? Oder wird sie nach Hannover umziehen, wo das Sprengel-Museum bereits Interesse an dem ungewöhnlichen Kunstwerk angemeldet hat? Die Entscheidung ist noch nicht endgültig gefallen.
In seinem Buch »Die Klingebiel-Zelle: Leben und künstlerisches Schaffen eines Psychiatriepatienten« zeichnet Andreas Spengler die ungewöhnliche Biographie und den künstlerischen Werdegang nach.