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Peter Bünder
Annegret Sirringhaus-Bünder
Angela Helfer

Lehrbuch der Marte-Meo-Methode

Entwicklungsförderung mit Videounterstützung. Mit einem Vorwort von Arist von Schlippe.


1. Auflage 2009
410 Seiten mit 21 Abb. und 14 Tab. sowie einer DVD, gebunden
39,90 € [D]
ISBN 978-3-525-40206-1

Kurzinformationen

Alles zu Marte Meo erstmals in einem Handbuch.

Ausführliche Informationen

Marte Meo ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet sinngemäß, etwas »aus eigener Kraft« zu erreichen. Der Name wurde von der Begründerin der Methode, Maria Aarts, gewählt, um eine Verbindung zwischen professioneller Beratung und engagierter Selbsthilfe auszudrücken. Im Zentrum der Methode steht zum einen die Hilfe für die Eltern. Sie erfahren, wie sie die Entwicklung ihres Kindes im Familienalltag durch eine förderliche Kommunikation unterstützen können. Dazu werden Ausschnitte von Alltagssituationen auf Videofilm festgehalten, sorgfältig analysiert und mit ihnen besprochen. Gelungene Kommunikationsmomente, in denen Eltern mit ihrem Kind in Kontakt kommen, Freude mit ihm teilen oder ihm eine angemessene Orientierung geben, dienen als Ressource für die Bewältigung schwieriger Situationen. Zum anderen werden auch Fachkräfte aus dem Jugend-, Sozial- und Gesundheitsbereich beraten, die in komplementären Beziehungen Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags begleiten und unterstützen. Sie erfahren durch die Marte-Meo-Methode, wie sie mit den Menschen, für die sie sorgen, die sie pflegen, beraten oder unterrichten, einen Kontakt herstellen können, der es ihnen ermöglicht, die Bedürfnisse dieser Menschen besser wahrzunehmen und so zu beantworten, dass deren Fähigkeiten entwickelt und gefördert werden. Die Stärke von Marte Meo beruht auf dem Medium Video, das Bilder liefert, die eine andere Art von Einsicht in eigenes Tun ermöglichen. Durch eine konsequente Ressourcenorientierung bietet die Methode Ratsuchenden eine wertvolle Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags.

Inhalt

Vorwort
Eine Bemerkung vorab

Teil A: Geschichte und Theorie

1 Vorbemerkung

2 Kurze Geschichte der Videoberatung

3 Theoretische Grundlagen
3.1 Entwicklungspsychologie
3.1.1 Bindungstheorie
3.1.2 Säuglingsforschung
3.2 Lerntheorie
3.3 Neurowissenschaften
3.4 Kommunikationstheorie
3.5 Systemtheorie
3.6 Theorie der symbolvermittelten Interaktion

Teil B: Die Methode und ihre Wirkfaktoren

4 Modell und Methode
4.1 Marte Meo als Modell
4.2 Marte Meo als Methode
4.3 Worauf es in der Kommunikation ankommt
4.3.1 Element 1: Wahrnehmen
4.3.2 Element 2: Bestätigen
4.3.3 Element 3: Benennen
4.3.4 Element 4: Sich abwechseln
4.3.5 Element 5: Lenken und leiten
4.3.6 Metaelemente
4.3.6.1 Angemessener Ton
4.3.6.2 Konstruktive Dialogtechnik

5 Indikation und Kontraindikation
5.1 Ethische Grundannahmen
5.1.1 Freiwilligkeit
5.1.2 Schweigepflicht und Vertraulichkeit
5.1.3 Wahrung persönlicher Grenzen
5.1.4 Respekt vor dem Lebensstil
5.2 Was für eine Marte-Meo-Beratung spricht
5.3 Was gegen eine Marte-Meo-Beratung spricht
5.4 Marte Meo im Spannungsfeld zwischen Beratung und Kontrolle
5.5 Marte Meo und andere Möglichkeiten, Videofilme zu nutzen

6 Beginn des Beratungsprozesses
6.1 Auftragsklärung und Kontrakt
6.2 Erste Videoaufzeichnungen

7 Videointeraktionsanalyse
7.1 Vier Schritte der Videoanalyse
7.2 Die pädagogisch-therapeutische Diagnose
7.2.1 Werkzeug Arbeitsliste
7.2.2 Werkzeug internale Arbeitsmodelle

8 Review – das Beratungsgespräch
8.1 Review-Beteiligte
8.1.1 Ausnahmesituationen
8.1.2 Eröffnungssituation
8.1.3 Sitzpositionen
8.1.4 Beginn der inhaltlichen Beratung
8.2 Drei Grundregeln für die Beratungsarbeit
8.3 Struktur des Review
8.3.1 Behandlung der Arbeitsthemen
8.3.2 Vermittlung von Informationen
8.4 Arbeit mit beiden Eltern
8.4.1 Ablenkungen im Review
8.4.2 Transfer in den Alltag
8.5 Hausaufgaben
8.6 Abschluss eines Review

9 Abschluss einer Beratung

Teil C: Beratung von Familien mit Kindern und Jugendlichen

10 Zwei Sichtweisen auf Beratungsanliegen
10.1 Blick auf die Struktur
10.1.1 Familien in Übergängen des familiären Lebenszyklus
10.1.2 Alleinerziehende Eltern
10.1.3 Stieffamilien
10.1.4 Pflege- und Adoptionsfamilien
10.1.5 So genannte Unterschichtfamilien
10.1.6 So genannte Multiproblemfamilien
10.2 Blick auf die Symptome
10.2.1 Kinder mit sozial unauffälligen Symptomatiken
10.2.1.1 Ängstliche Kinder
10.2.1.2 Kinder, die Anstrengungen meiden
10.2.2 Kinder mit sozial auffälligen Symptomatiken
10.2.2.1 Kinder mit Regulationsschwierigkeiten (»Schrei-Babys«)
10.2.2.2 Kinder mit ADHS-Symptomatik
10.2.2.3 Randständige oder isolierte Kinder
10.2.2.4 Kinder mit oppositionellen Verhaltensweisen
10.2.2.5 Aggressive Kinder
10.2.3 Kinder mit Behinderungen
10.2.3.1 Schwerst-mehrfach behinderte Kinder
10.2.3.2 Autistische Kinder

Teil D: Marte Meo in Einrichtungen und Institutionen

11 Marte Meo in der Jugendhilfe und im Gesundheitswesen
11.1 Rahmenbedingungen der Jugendhilfe
11.2 Rahmenbedingungen des Sozial- und Gesundheitswesens

12 Ambulante Arbeitsfelder der Jugendhilfe
12.1 Erziehungsberatung
12.2 Sozialpädagogische Familienhilfe
12.3 Kindertageseinrichtungen
12.4 Exkurs 1: Arbeit mit Kindergruppen
12.5 Exkurs 2: Elterncoaching und Arbeit mit Elterngruppen
12.5.1 Elterncoaching
12.5.2 Elterngruppenarbeit

13 Stationäre Arbeitsfelder der Jugendhilfe
13.1 Heimerziehung
13.1.1 Marte Meo und die Ebene der Kinder
13.1.2 Marte Meo und die Ebene der Eltern
13.1.3 Marte Meo und die Ebene der Fachkräfte
13.2 Stationäre Familienbetreuung
13.3 Tagesgruppen

14 Ambulante Arbeitsfelder der Gesundheitshilfe
14.1 Frühförderung
14.1.1 Ergotherapie
14.1.2 Physiotherapie
14.1.3 Heilpädagogik
14.1.4 Interdisziplinäre Zusammenarbeit und kollegiale Beratung
14.2 Kinderpsychiatrische Praxen

15 Stationäre Arbeitsfelder der Gesundheitshilfe
15.1 Kinder- und Jugendpsychiatrie
15.2 Behindertenhilfe

16 Arbeitsfelder, in denen Marte Meo als Projekt eingesetzt wird
16.1 Alten- und Pflegeheime
16.2 Schulen (Grund- und Förderschulen)

Teil E: Marte Meo in Ausbildung, Weiterbildung und Supervision

17 Marte Meo als Mittel beruflicher Qualifikation und Zusatzqualifikation von Fachkräften
17.1 Marte Meo an Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilpädagogik
17.1.1 Ausbildung von Erzieherinnen
17.1.2 Ausbildung von Heilpädagoginnen
17.2 Weiterbildung
17.3 Supervision
17.4 Kollegiale Beratung

Teil F: Marte Meo in wissenschaftlichen Kontexten

18 Marte Meo in Lehre und Evaluation
18.1 Marte Meo an Hochschulen
18.2 Evaluationsstudien
18.2.1 Indien
18.2.2 Dänemark
18.2.3 Schweden

Teil G: Marte Meo und Videotechnik

19 Bedeutung der Videotechnik
19.1 Beleuchtung
19.2 Bildgestaltung
19.3 Einstellungsgrößen
19.4 Perspektive
19.5 Tonqualität
19.6 Stromversorgung der Kamera
19.7 Videokamera

Anhang

Literatur
Adressen
Musterkontrakt über Schweigepflicht
Stichwortregister
Inhalt der DVD


Anhang: DVD-Beispielclips

Rezensionen

»Den Autoren ist es gelungen, sowohl einen strukturierten und umfassenden Überblick zu geben und als auch durch die vielen anschaulichen Falldarstellungen die Lebendigkeit dieser Methode zu erhalten.«
Dipl.-Psych. Renate Weihe-Scheidt, Jugendhilfe
»[...] stellt eine Fundgrube voller Ideen und wichtiger praktischer Hinweisen dar, die für den Praktiker nützlich sind, und kann uneingeschränkt allen empfohlen werden, die sich über diese Methode der Beratung und Entwicklungsförderung mit Videounterstützung informieren möchten.«
Klaus Sarimski, Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie
»Für Marte-Meo-Lernende bietet es gute Struktur und Hinführung, für Marte-Meo-Therapeuten ist es eine Fundgrube, für alle anderen Berater bietet es wertvolle Anregungen, die direkt in die eigene Praxis übernommen werden können.«
Rainer Schwing, Kontext

Summary

It is regarded to be true-to-life and effective: the Marte-Meo-method. How does it work and where can it be used?