Trauma im Kontext
Integrative Aufstellungsarbeit in der Traumatherapie. Mit einem Vorwort von Ulrich Sachsse.
1. Auflage 2009
330 Seiten mit 8 Abb., gebunden
39,90 € [D]
ISBN 978-3-525-40153-8
Kurzinformationen
Systemische Aufstellungsarbeit mit traumatisierten Menschen.Ausführliche Informationen
Auf dem Hintergrund einer langen Tradition szenischen Arbeitens in der Psychotherapie hat sich Aufstellungsarbeit innerhalb des letzten Jahrzehnts zu einer seriösen, eigenständigen Methode entwickelt. Sie bereichert und ergänzt in vielen unterschiedlichen Spielarten das psychotherapeutische und psychosoziale Feld und entwickelt sich in einem ständigen Austausch- und Integrationsprozess mit anderen Verfahren weiter. In diesem Buch wird die Entwicklung von den »Vorfahren« über den »Stammvater« bis zur gegenwärtigen Diversifikation der »Nachkommen« betrachtet. Fokus dieser Betrachtung sind die Möglichkeiten, die Grenzen und der Ergänzungsbedarf dieser Methode in der Arbeit mit traumatisierten Menschen. Aktuelle Ergebnisse aus Traumaforschung und traumatherapeutischer Praxis werden den Potenzialen der Aufstellungsarbeit gegenübergestellt. Aus der Integration beider Verfahren ergeben sich Modifikationen der Aufstellungsarbeit wie etwa die Priorisierung von Ressourcengenerierung und Stabilisierung vor Konfrontation und Exposition. Auch die Traumatherapie gewinnt eine methodische Perspektiverweiterung um systemisch-kontextbezogene und gruppentherapeutische Aspekte.
In Gesprächen mit der Autorin steuern Experten aus beiden Verfahren – Ulrich Sachsse, Michaela Huber und Matthias Varga von Kibéd – sowie der Neurobiologe Gerald Hüther praxisbezogene Impulse und Ergänzungen bei.
Inhalt
Prolog: Ein Albtraum1 KONTAKTAUFNAHME
Aufstellungs-Workshop: Ankommen
Einladung zu diesem Buch
2 ERHEBUNG DER FAKTEN
Aufstellungs-Workshop: Vorstellen
2.1 Was heißt Trauma?
2.1.1 Neurobiologische Perspektive
2.1.2 Intrapsychische und psychodynamische Perspektive
2.1.3 Perspektive der Bindungsforschung
2.1.4 Interaktionell-systemische Perspektive
2.1.5 Perspektive der Mentalisierung
2.1.6 Soziale und gesellschaftliche Perspektive
2.2 Was heißt Retraumatisierung?
3 SETZUNG DES RAHMENS
Aufstellungs-Workshop: Orientieren
3.1 Grundlagen, Prinzipien und Haltungen traumatherapeutischer Konzepte
3.1.1 Historischer Abriss
3.1.2 Psychoanalytische Konzepte
3.1.3 Humanistische Ansätze
3.1.4 Kognitive Ansätze und Verhaltenstherapie
3.1.5 Imagination, Trance und Ich-Zustände – Hypnotherapie und Verwandtes
3.1.6 Systemische und hypnosystemische Ansätze
3.1.7 Zugang über körperliches Erleben
3.2 Einflüsse der Neurobiologie
3.3 Kollektive Traumata und gesellschaftspolitischer Kontext von Traumaarbeit
3.4 Methodenübergreifende Konzepte
3.4.1 Erkennen und Verstehen von Symptomen und Ressourcen – Diagnostik
3.4.2 Akuttrauma und Krisenintervention
3.4.3 Umgang mit Dissoziation und innerer (Dreh-)Bühne
3.4.4 Multiplizität als Arbeitsprinzip
3.4.5 Therapeutischer Rahmen
3.4.6 Prävention sekundärer Traumatisierung und Burn-out-Prophylaxe für Helferinnen
3.5 Essentials der Traumatherapie
3.5.1 Pragmatische Methodenvielfalt: Psycho-Imaginative Trauma-Therapie (PITT) nach Reddemann
3.5.2 Ergänzende gemeinsame Nenner
4 GESTALTUNG DES SPIELRAUMS
Aufstellungs-Workshop: Verankern, verstehen, entlasten
4.1 Grundlagen, Prinzipien und Haltungen der Aufstellungsarbeit
4.1.1 Vorfahren: Bühne, Szene und Skulptur
4.1.2 Stammvater: Aufstellungen nach Hellinger
4.1.3 Nachkommen I: Systemaufstellungen
4.1.4 Nachkommen II: Systemische Strukturaufstellungen
Gespräch mit Matthias Varga von Kibéd
4.1.5 Nachkommen III: Integrationskonzepte mit Traumatherapie
4.1.6 Ein nützlicher Verwandter: Psychomotorische Therapie nach Pesso
4.2 Loblied der Gruppe – ihr Potenzial für die Aufstellungsarbeit
4.2.1 Halt, Containing, Bindung und kollektive Resonanz
4.2.2 Pool für Handlungsalternativen, Ressourcen, Spiegelungsoptionen und repräsentierende Wahrnehmungen
4.2.3 Gruppendynamik und Übertragungsprozesse
4.2.4 Spiel- und Übergangsraum
4.2.5 Die Aufstellungsgruppe als soziale Mikroeinheit kollektiver Prozesse
4.3 Aufstellungsarbeit naturwissenschaftlich betrachtet – Neurobiologische Hypothesen (in Zusammenarbeit mit Gerald Hüther)
4.3.1 Ein entwicklungsneurobiologisches Modell zur Funktionsweise von Raumorientierung in Systemkonstellationen – Das Konzept der intuitiven Basismatrix
4.3.2 Die repräsentierende Wahrnehmung von Körpersymptomen bei der Aufstellungsarbeit als Ausdruck der Aktivierung der intuitiven Basismatrix – Das Konzept der somatischen Marker
4.3.3 Implikationen für den traumatherapeutischen Nutzen von Aufstellungsarbeit – Räumliche Matrix, Authentizität und bewusste Selbstwahrnehmung
4.3.4 Verstärkte Verankerung von Erfahrungen durch körperliches Erleben
4.4 Essentials der Aufstellungsarbeit
4.4.1 Theoretisches Verständnis
4.4.2 Therapeutische Haltung und Beziehung
4.4.3 Setting
4.4.4 Methodik
4.4.5 Voraussetzungen und Kontraindikationen
5 REFLEXION UND AUSEINANDERSETZUNG
Aufstellungs-Workshop: Differenzieren
5.1 Traumatherapeutische Kritik an der Aufstellungsarbeit
5.1.1 Theoretischer Hintergrund
5.1.2 Therapeutische Haltung und Beziehung
5.1.3 Setting
5.1.4 Methodik
5.1.5 Voraussetzungen und Kontraindikationen
Gespräch mit Michaela Huber
5.2 Überprüfung der Aufstellungsarbeit anhand traumatherapeutischer Essentials
5.2.1 Systemaufstellungen und Systemische Strukturaufstellungen
5.2.2 Trauma, Täter und Opfer – Diskussion des Hellinger’schen Ansatzes anhand traumatherapeutischer Kriterien
5.3 Antworten auf die traumatherapeutische Kritik
5.3.1 Zwischenbilanz: Traumatherapeutische Potenziale der Aufstellungsarbeit
5.3.2 Fazit: Differenzierung
Gespräch mit Ulrich Sachsse
5.4 Wie Aufstellungsarbeit um traumatherapeutische Spezifika ergänzt werden sollte
5.5 Wie Traumatherapie von Aufstellungsarbeit profitieren kann
6 ERNEUERUNG DURCH INTEGRATION
Aufstellungs-Workshop: Verabschieden und weiter sehen
6.1 Gesammelte Schätze für die Praxis: Das Konzept der Integrativen Systemaufstellungen (ISA)
6.1.1 Therapeutische Haltung und Beziehung
6.1.2 Setting
6.1.3 Methodik
6.1.4 Akuttrauma, Voraussetzungen und Kontraindikationen
6.1.5 Therapeutische Reflektion und Selbstfürsorge
6.1.6 Politische und soziale Kontexte
6.2 ISA in der Supervision von Traumatherapie
6.3 Der Stellenwert von Aufstellungsarbeit in traumafokussierten Ressourcennetzwerken
Epilog: Ein Wandlungstraum
Dank
Quellen
