Rhythmen der Kommunikation
Wie zwischenmenschliche Abstimmung gelingt
1. Auflage 2009
191 Seiten mit 5 Abb. und 1 Tab., kartoniert
19,90 € [D]
ISBN 978-3-525-40417-1
Kurzinformationen
Wie schnelle und langsame Menschen zu einem gemeinsamen Rhythmus finden.Ausführliche Informationen
Es entstehen leicht Irritationen, wenn andere schneller oder langsamer sind, wenn man sich gedrängt fühlt oder warten muss. Aus diesen kleinen Irritationen können sich im Laufe der Zeit größere Beziehungsprobleme entwickeln. Manchmal greifen jedoch im Gespräch Redebeiträge harmonisch ineinander und gemeinsame Handlungen gelingen wie im Fluss. Womit hängen diese gelingenden Abstimmungsprozesse zusammen? Annemarie Jost zeichnet nach, wie die Rhythmen der Kommunikation bereits im frühen Säuglingsalter geprägt werden und sich dann im Laufe des gesamten Lebens modifizieren. Weiterhin geht sie der Frage nach, wie sich die zeitlichen Denk- und Handlungsmuster beispielsweise bei einer Demenz im hohen Lebensalter verändern und welche Schwierigkeiten auftreten können, wenn Menschen aufgrund kultureller oder krankheitsbedingter Unterschiede in unterschiedlichen Zeitstrukturen leben. Insbesondere bei Fehlabstimmungen wird deutlich, ob die gemeinsam entwickelten Rhythmen der Kommunikation von respektvoller Gegenseitigkeit oder von machtbetonter Selbstdurchsetzung geprägt sind. So wird der Leser und die Leserin eingeladen, über die persönliche Art und Weise nachzudenken, die die zeitliche Abstimmung mit anderen Menschen prägt. Professionelle aus psychosozialen Arbeitsfeldern finden im Praxisteil Anregungen, wie man gelingende zeitliche Abstimmungen gezielt fördern kann.
Inhalt
VorwortEinführung
Nehmen wir wechselseitig unsere Eigenzeiten wahr oder blicken wir beide auf die Uhr?
Warum ist das (klassische) physikalische Zeitkonzept hier weniger hilfreich?
Teil I: Wie entstehen Zeitgestalten im Laufe des Lebens?
Der Ursprung der persönlichen Zeiterfahrung
Wie können wir uns überhaupt miteinander abstimmen?
Die weitere Entwicklung
Ganzheitliche Entwürfe und Fragmente
Endlichkeit und Tod
Regenerationszyklen
Fazit
Teil II: Zeitliche Abstimmungen genauer betrachtet
Zeitliche Feinfühligkeit in einer Kultur der Achtsamkeit
Ein Definitionsversuch der zeitlichen Feinfühligkeit
Die Abstimmung der Geschwindigkeit
Macht und Kontrolle
Kopplung und Kontinuität
Themen-, Ebenen- und Fokuswechsel
Ein Ausflug in die Gesprächsanalyse
Parallelität und Konzentration
Mittel- und langfristige Zeitstrukturen und das Verfolgen eigener Ziele
Individuelle Zeitstrategien und mögliche Konflikte
Konzentration – meditative Achtsamkeit oder zwanghafte Kontrolle
Der Reiz des Neubeginns, der Stimulation und der Abwechslung
Können sich Senkrechtstarter und bedächtige Verzögerer einigen?
Handlungsbögen und Handlungsdynamik
Die Beendigung von Handlungsbögen
Pünktlichkeit
Der Umgang mit Schwierigkeiten bei der zeitlichen Abstimmung
Die Tagesstrukturierung und das Aushandeln und Abrechnen von Zeit
Fazit
Gesellschaftliche Betrachtungen
Bildung, Kindererziehung und Medien
Die Schwierigkeiten der Eltern
Der Zerfall von Zeitstrukturen bei Menschen mit Demenz – Anforderungen an Helfer und notwendige Veränderungen in öffentlichen Räumen
Teil III Konzepte für die Praxis
Zeitmanagement oder zeitliche Selbsterfahrung?
Ein Zentrum für alternative Zeiterfahrung
Ziele, Anforderungen an Gruppenleiter und Arbeitsweisen
Spezielle Workshops und Bildungsveranstaltungen
Schnell oder langsam? Ein kurzer Einführungsworkshop
Ein Training für (Ehe-)paare
Schulungen für freiwillige und professionelle Helfer im Umgang mit Demenzkranken
Zeitliche Feinfühligkeit und Elternberatung
Schlusswort
Danksagung
Literatur
Bücher und Zeitschriftenartikel
Internetquellen
