Karl Heinz Pleyer
Traumatischer Stress in der Familie
Systemtherapeutische Lösungswege. Mit Geleitworten von Wilhelm Rotthaus und Gerald Hüther
1. Auflage 2010
322 Seiten mit 8 Abb., kartoniert
29,90 € [D]
ISBN 978-3-525-40207-8
Kurzinformationen
Praxisorientierte Hilfen für traumatisierte Familien.Ausführliche Informationen
In diesem Buch wird die Methodik der systemischen Therapie mit den Grundsätzen moderner Psychotraumatologie und Traumatherapie in Verbindung gebracht. Ziel ist es, traumatisierten Familien Lösungswege zu eröffnen, die ihnen dazu verhelfen können, nach erlittener Traumatisierung ein möglichst symptomfreies Leben zu führen. Neu ist, dass hier praxisorientiert beschrieben wird, wie Eltern und Kinder gemeinsam von Beratung oder Therapie profitieren können. Im ersten Teil werden neben historischen Aspekten der Psychotraumatologie die Ressourcen und Selbsthilfekräfte von Familien erläutert. Anhand von Beispielen wird erörtert, wie Familien und Paare nach einer Traumatisierung von außen (z. B. durch Unglücke, Krieg und Bürgerkrieg, frühkindliche Traumatisierung der Eltern, Tod eines Elternteils, traumatische Erfahrungen bei Pflegekindern) in Beratungsstellen unterstützt werden können. Im zweiten Teil des Buches werden systemtherapeutische Lösungswege im Bezugsrahmen der Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgestellt. Die Konzepte der parentalen Hilflosigkeit und der kotraumatischen Prozesse bilden die Grundlage für detailliert beschriebene systemische Interventionen in der Therapie mit komplex traumatisierten Familien, in denen die vermeintliche Traumabewältigung von Einzelnen zur traumatischen Belastung für andere Familienmitglieder wird. Auch hier werden die theoretischen Vorüberlegungen durch Praxisbeispiele verdeutlicht. Vorworte von Gerald Hüther und Wilhelm Rotthaus leiten den Band ein.
Inhalt
Geleitwort von Wilhelm RotthausGeleitwort von Gerald Hüther
Vorwort
Systemische Therapie und Traumatherapie – eine gute Synthese
Erster Teil: Traumatischer Stress, der von außen auf Familien einwirkt
Stress als Bestandteil familiärer Entwicklung
Wenn nichts mehr ist, wie es war: Trauma und Familie
Die Neurobiologie des Traumas
Die Posttraumatische Belastungsstörung
Generationsübergreifende Perspektiven
Systemische Behandlungsansätze
Exkurs: Historische Aspekte der Psychotraumatologie
Was Familien Stress und Trauma entgegensetzen: Interaktionelle Ressourcen
Posttraumatisches Wachstum
Familienresilienz
Familienressourcen
Wenn die Selbsthilfekräfte wirken: Akute Traumanachsorge
Akute Reaktionen bei Kindern und Jugendlichen
Debriefing
Psychologische Erste Hilfe
Das erstarrte Mobile: Posttraumatische Familieninteraktionen
Wenn das Familienteam vom Schmerz überwältigt ist: Simultane Traumatisierung
Wenn das Familienteam getrennt war: Parallele Traumatisierung
Wenn die Familie mitleidet: Sekundäre Traumatisierung
Wenn die Kindheit katastrophal war: Entwicklungstraumata und Paartherapie
Wenn die Traumavergangenheit in die Gegenwart springt: Traumatisierte Kinder in Pflegefamilien
Wenn Familien mit Schock und Tod umgehen müssen: Traumatische Trauer
Zweiter Teil: Traumatischer Stress, er sich innerhalb von Familien entwickelt
Traumatisierte Eltern und ihre Kinder
Vorbemerkungen zum Bezugsrahmen
Überlegungen zum Trauma aus systemischer Sicht
Exkurs: Dissoziation – Wie wir Stress unter Kontrolle halten
Dissoziation hat viele Erscheinungsformen
Dissoziation als organisierende Kraft
Dissoziation als salutogene Kraft
Wenn Eltern hilflos werden
Das »parentale Trauma« als eigenständige Traumakategorie
Hilflosigkeit als Traumaphänomen
Wenn die Bewältigung des einen zum Trauma des anderen wird
Co-traumatische Prozesse
Spezifische traumatische Beziehungsmuster
»Laissez-faire« als Muster dissoziativer Beziehungsgestaltung
Traumaorientierte Familiendiagnostik
Traumabezogene anamnestische Interviews mit Eltern
Familienfragebogen zur Indikationsprüfung einer traumaorientierten Therapie
Halbstandardisiertes Interview zum elterlichen Wirksamkeitserleben
Modifizierte DESNOS-Kriterien als Leitfaden für die Erfassung elterlicher Befindlichkeit
Systemische Vorgehensweisen
Selbstorganisation, Ressourcen-, Beziehungs- und Kontextorientierung als Prämissen
Information und Energie: Zwei Aspekte des Traumas und seiner Bewältigung
Muss man Traumatisierte zu ihrem Glück zwingen?
Einige Regeln für die Arbeit in komplex traumatischen Konstellationen
Einen Kontext schaff en, der Veränderungen anregt
Die Arbeit mit Eltern und ihren Kindern: Sechs Grundsätze
Stärkung der parentalen Kompetenz als zentrales Therapieziel
Interventionen in Muster und Strukturen
Typische Schwerpunkte im Therapieverlauf
Eine fragmentierte kindliche Persönlichkeit:
Kommentierter Therapieverlauf
Ausblick
Literatur
Anhang
Informationsblätter
Diagnosestellung und Therapieverlauf
Literaturempfehlungen für Betroffene
