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Nicolas Berg

Luftmenschen

Zur Geschichte einer Metapher. Mit einem Vorwort von Dan Diner


Toldot, Band 3
1. Auflage 2008
245 Seiten, kartoniert
19,90 € [D]
ISBN 978-3-525-35092-8

vergriffen, nur noch online erhältlich

Ausführliche Informationen

In der Alltagssprache verweist »Luft« auf das Unsichtbare, Unstete, Irreal-Phantastische. Historisch fand die Vorstellung vom »Luftmenschen« in einem überraschend breiten, wenig erforschten Diskurs um 1900 Resonanz. Vor allem die Wahrnehmung jüdischer Existenz in der Moderne wurde derart bebildert. Dafür schien die diasporische Lebensrealität der Juden ebenso zu sprechen wie die notorisch kritisierte soziale Verortung, bestimmte Berufsmuster oder andere als »typisch jüdisch« wahrgenommene Gemeinsamkeiten. Aber auch ganz allgemeine Phänomene der Zeit wie Migration und Verstädterung wurden mit der Metapher vom »Luftmenschen« kritisch von vermeintlich natürlicher Verwurzelung abgerückt.
Nicolas Bergs Buch über Entstehung und Bedeutungswandel der Metapher Luftmensch geht diesen Zusammenhängen von symbolischer Rede und essentialistisch interpretierter Realität in ganz unterschiedlichen Kontexten nach. Anhand von Beispielen aus Theologie, Philosophie, Ökonomie, Wissenschaft und Literatur wird deutlich, wie sich die Kennzeichnung jüdischer Existenz als »Luftvolk« von der Selbstironie ihrer Begriffsursprünge löste, immer stärker in das Arsenal antisemitischer Polemik einwanderte und schließlich zu einer Begründungsfigur der gegen Juden gerichteten Politik um »Lebensraum« werden konnte.

Sie können den Titel als E-Book bei Ciando beziehen:
www.ciando.com/ebook/bid-40220-luftmenschen-zur-geschichte-einer-metapher/

Rezensionen

»His [Berg’s] book summarizes a rich, original research project that is based on excellent selection of material and very convincing readings and text interpretations.«
Galili Shahar, Central European History
»Und nicht zuletzt ist es durch Bergs kenntnisreiche und wortgewandte Sprache schlichtweg ein Genuss, Luftmenschen zu lesen.«
Rebekka Denz, Jüdische Kulturzeitschrift
»Tatsächlich gelingt es Berg, mit seiner äußerst anregenden Darstellung, die keineswegs historischen Zwangsläufigkeiten nachfolgt, der Vielfalt der Metapher und ihres Wandels sowie ihrer jeweiligen Bestimmung insbesondere im innerjüdischen Diskurs nachzuspüren.«
Daniel Ristau, www.medaon.de