Günter J. Trittel (Hg.)
Von der preußischen Mittelstadt zur südniedersächsischen Großstadt 1866–1989
Hrsg. von Rudolf von Thadden, Günter J. Trittel unter Mitwirkung von Marc Dietrich Ohse
Göttingen, Band 3
1. Auflage 1999
VIII, 952 Seiten mit 105 Abb.und Tab., Leinen
69,00 € [D]
ISBN 978-3-525-36198-6
Kurzinformationen
Dieser Band behandelt den Zeitabschnitt, der noch Erinnerungen bei heute lebenden Bürgern der Stadt, ihren Eltern und Großeltern wachruft.Ausführliche Informationen
Band 3 der Göttinger Stadtgeschichte behandelt den Zeitabschnitt, der noch Erinnerungen bei heute lebenden Bürgern der Stadt, ihren Eltern und Großeltern wachruft. Entsprechend groß sind die Erwartungen, aber auch die Risiken der Darstellung. Denn bei erlebter Geschichte geraten Meinungen und Ansichten gern in Konflikt mit den Ergebnissen der Forschung; die wissenschaftliche Geschichte muß vor dem historischen Gedächtnis der Zeitgenossen bestehen.
Gerade eine Stadtgeschichte kann vor solchen Problemen nicht ausweichen. Sie behandelt Geschehnisse und Vorgänge auf einem kleinen, überschaubaren Raum, in dem sich viele Menschen gegenseitig kennen und den sie als ihre Lebenswelt wahrnehmen. Es ist etwas anderes, ob man die »Machtergreifung« Hitlers oder den Ausbruch des Krieges im gesamtnationalen Rahmen oder in der eigenen Stadt erfährt und erörtert, ob man über Juden und Flüchtlinge als statistische Größen oder als Hausnachbarn redet und schreibt. Stadtgeschichte ist nahe Geschichte. Deshalb fühlen sich die Autoren und Herausgeber einer Göttinger Stadtgeschichte einem Konzept verpflichtet, das das lokale Geschehen in Zusammenhängen begreift, die über die Stadtgrenzen hinausreichen. So soll hier vor dem Hintergrund allgemeiner politischer Entwicklungslinien sowie sozialer und wirtschaftlicher Prozesse das Typische wie das Besondere in der städtischen Geschichte aufgezeigt werden.
Der Band beginnt mit einem Jahr, das im Rückblick wie eine Vorstufe zur Geschichte unseres Jahrhunderts erscheint: dem Jahr 1866, in dem Göttingen in der Folge der Annexion Hannovers zu Preußen kam. Und er endet mit dem Jahr 1989, das nicht minder bedeutsam für die Stadt werden sollte: das Jahr des Falls der innerdeutschen Grenze, die Göttingen für zwei Generationen von seinem östlichen Umland getrennt hatte.
Inhalt
A. von Saldern: Göttingen im Kaiserreich 1870/71–1914F. Hasselhorn: Göttingen während des Ersten Weltkriegs, Revolution und Konterrevolution, Göttingen zur Zeit der Weimarer Republik, Göttingen während der Weltwirtschaftskrise
C. Tollmien: Nationalsozialismus in Göttingen
W. von Thadden: Die Stadt Göttingen unter britischer Militärverwaltung 1945–47
G. Trittel: Göttingens Entwicklung seit 1948
C. Tollmien: Die Universität Göttingen im Kaiserreich
H.-J. Dahms: Die Universität Göttingen 1918 bis 1989. Vom »Goldenen Zeitalter« der Zwanziger Jahre bis zur Verwaltung des Mangels in der Gegenwart
B. Michael: Geschichte des Göttinger Schulwesens 1866–1989
J. Gidion: Kulturelles Leben in Göttingen
H. Otte: Kirchengeschichte 1866–1980, Kirchen im Kaiserreich, Kirchen in der Weimarer Republik, Kirchen in Göttingen in der NS-Zeit, Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart
M. Manthey und C. Tollmien: Juden in Göttingen
M.-C. Härtel: Göttinger Architekturgeschichte
K. Arndt: Die Bildenden Künste in Göttingen
D. Stellmacher: Sprache in Göttingen
R. von Thadden: »Heute geht nichts nach Plan«
