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Ute Daniel (Hg.)

Augenzeugen

Kriegsberichterstattung vom 18. zum 21. Jahrhundert


1. Auflage 2006
264 Seiten mit 30 Abb. und 4 Schaubildern, kartoniert
24,90 € [D]
ISBN 978-3-525-36737-7


Das Historische Buch 2009 bei H-Soz-u-Kult: Ausgezeichnet mit dem 2. Rang in der Geschichte der Öffentlichkeit/Medien- und Kommunikationsgeschichte

Kurzinformationen

Die erste Geschichte der modernen Kriegsberichterstattung.

Ausführliche Informationen

Den Berichten »von der Front« in Wort und Bild kommt seit jeher entscheidende Bedeutung für die zeitgenössische Wahrnehmung und Legitimation eines Krieges zu. Diese erste Geschichte der Kriegsberichterstattung stellt deshalb die Akteure selbst in den Mittelpunkt: die Wort- und Bildkorrespondenten, ihre Wahrnehmungsweisen und ihre Praktiken der Berichterstattung; sowie die Militärs, ihre zentralen Subjekte und zunehmend ihre Kontrolleure. Während im 18. Jahrhundert noch offizielle Bulletins aus der Feder von Offizieren die Berichterstattung dominierten, etablierte sich in der Epoche der internationalisierten Pressemärkte der Beruf des zivilen Kriegsberichterstatters. Die Bedingungen, unter denen Journalisten und Fotografen im Krieg arbeiteten, ihr Umgang mit Kontrollmaßnahmen und Zensur und die Veränderung der Medienlandschaften haben zu einer Wahrnehmung des Berichterstatters als »Augenzeuge« und »Aufklärer« beigetragen.
Mit diesem Buch liegt nun erstmals ein fundiertes Überblickswerk vor, das vom Siebenjährigen Krieg (1756–1763) bis zum 2003 begonnenen Irakkrieg 250 Jahre internationaler Frontberichterstattung erschließt.

Beiträger

Frank Becker (Münster), Ute Daniel (Braunschweig), Andreas Gestrich (Trier), Kay Hoffmann (Stuttgart), Lars Klein (Göttingen), Almut Lindner-Wirsching (Freiburg), Gerhard Paul (Flensburg), Karl Prümm (Marburg), Andreas Steinsieck (Braunschweig).

Inhalt

Ute Daniel
Einleitung

Andreas Gestrich
Kriegsberichterstattung als Propaganda. Das Beispiel des »Wienerischen Diarium« im Siebenjährigen Krieg 1756–1763

Ute Daniel
Der Krimkrieg 1853–1856 und die Entstehungskontexte medialer Kriegsberichterstattung

Frank Becker
Deutschland im Krieg von 1870/71 oder die mediale Inszenierung der nationalen Einheit

Andreas Steinsieck
Ein imperialistischer Medienkrieg. Kriegsberichterstatter im Südafrikanischen Krieg (1899–1902)

Almut Lindner-Wirsching
Patrioten im Pool. Deutsche und französische Kriegsberichterstatter im Ersten Weltkrieg

Gerhard Paul
Der Krieg der Fotografen. Die fotografische Kriegsberichterstattung im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939

Kay Hoffmann
Der Mythos der perfekten Propaganda. Zur Kriegsberichterstattung der »Deutschen Wochenschau« im Zweiten Weltkrieg

Lars Klein
Größter Erfolg und schwerstes Trauma: Die folgenreiche Idee, Journalisten hätten den Vietnamkrieg beendet

Karl Prümm
Die Definitionsmacht der TV-Bilder. Zur Rolle des Fernsehens in den neuen Kriegen nach 1989

Angaben zu den Autoren
Kommentierte Auswahlbibliografie
Abkürzungsverzeichnis
Bildnachweis
Register

Rezensionen

»Ein überaus gelungener und Maßstäbe setzender Band, den man mit Spannung von der ersten bis zur letzten Seite liest.«
Martin Moll, Historicum
Rudolf Walther, Die Zeit: Zur vollständigen Rezension
»Erst mit solchen Analysen und Fragestellungen leistet eine Geschichte der Kriegsberichterstattung einen substanziellen Beitrag zur Entschlüsselung des Verhältnisses von Medien, Öffentlichkeit und kriegerischer Gewalt in der Moderne.«
Benjamin Ziemann, Neue Politische Literatur
»In fundierten und gut recherchierten Beiträgen gewährt es Einblicke, wie viel sich in der Medienberichterstattung seit Friedrich II. verändert hat, aber auch wie viel erstaunlicherweise gleich geblieben ist.«
medien + erziehung
»Die Anschaffung des im Übrigen ausgesprochen gut edierten Bandes [darf] sowohl für Historiker als auch für Medien- und Kommunikationswissenschaftler als sehr lohnend bezeichnet werden.«
Jörn Glasenapp, Rundfunk und Geschichte
»... ausgesprochen zu empfehlen ...«
Bernd Boll, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft
»Der von Ute Daniel herausgegebene Band liefert bemerkenswerte Erkenntnisse und dürfte weiteren, auch systematischen Forschungen eine wichtige Anregung sein.«
Jens Thiel, Filmblatt

Summary

This book presents the conditions of war correspondents’ work during international conflicts as well as their self-perception against the background of a changing media landscape from the 18th century to the war in Iraq in 2003.