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Elisabeth Röhrlich

Kreiskys Außenpolitik

Zwischen österreichischer Identität und internationalem Programm


Zeitgeschichte im Kontext, Band 2
1. Auflage 2009
437 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, gebunden
57,90 € [D]
ISBN 978-3-89971-553-8
Vienna University Press bei V&R unipress


Ausgezeichnet mit dem Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch!

Kurzinformationen

Kreiskys internationales Programm als österreichischer Identitätsstifter.

Ausführliche Informationen

Wie kein Anderer steht Bruno Kreisky für die Außenpolitik der Zweiten Republik. Zunächst als Staatssekretär, dann als Außenminister und Bundeskanzler prägte er die österreichische Neutralitätspolitik und setzte mit seiner Nahostpolitik international beachtete Akzente. Kreiskys Interesse für die internationale Politik erklärt sich aus seiner Biographie. Seine frühe Kindheit war noch von der Monarchie geprägt, er erlebte die krisengeschüttelte Erste Republik und das autoritäre Dollfuß-Schuschnigg-Regime. 1938 wurde er ins schwedische Exil gezwungen. Die Autorin folgt diesen Stationen und zeichnet die Entwicklung außenpolitischer Themen und deren Umsetzung nach. Aus seinem Lebensweg zog Kreisky die Konsequenz, dem kleinstaatlichen Österreich ein neues Profil in den internationalen Beziehungen geben zu wollen. Dabei setzte er auf eine Identitätspolitik, in der er den Rückgriff auf die Geschichte mit neuen Werten verband. Seinen Lebensweg baute er leitmotivisch in diese Geschichtspolitik ein. Trotz der Widerstände, denen er als Jude und Emigrant in der Zweiten Republik gegenüberstand, wurde er auf diese Weise selbst zum österreichischen Erinnerungsort. Sein internationales Programm war Identitätsstifter für Österreich.

Summary

Bruno Kreisky stands like no other for the foreign policy of the Second Republic of Austria. Beginning as State Secretary, then as Foreign Minister and Federal Chancellor, he shaped Austria's policy of neutrality, and was internationally respected for the impact he made with his Near East policy. Kreisky's interest for international politics can be explained by his biographical background. In his early childhood Austria was still a monarchy; he witnessed the crisis-ridden First Republic and the authoritarian Dollfuß/Schuschnigg regime. In 1938 he was forced into Swedish exile. The author traces his life course and the development of foreign policy issues and their implementation. As a consequence of his life experiences, Kreisky sought to give the small state of Austria a new profile in international relations. He built on a policy of identity, drawing on a re-evaluation of history, thereby integrating his own life course as a leitmotif. Despite the opposition with which he was confronted as a Jew and an emigrant, he himself became an Austrian monument. His international mission established an Austrian identity.