Hartmut Lehmann, Anne-Charlott Trepp (Hg.)
Antike Weisheit und kulturelle Praxis
Hermetismus in der Frühen Neuzeit
1. Auflage 2001
475 Seiten mit 18 Abb. Leinen
ISBN 978-3-525-35374-5
Vandenhoeck & Ruprecht
Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte - Band 171
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Aus kulturhistorischer Perspektive war für die Frühe Neuzeit nicht allein die Herausbildung der Konfessionen charakteristisch, sondern ebenso ein auffälliges Interesse an alternativen Sinnkonzepten wie antiken Weisheitslehren und naturmagischen Praktiken, die uns heute oft mit kirchlichen Glaubensvorstellungen unvereinbar erscheinen mögen. Eine Schlüsselrolle kam dabei dem Hermetismus zu, der Rezeptions- und Aneignungsgeschichte spätantiker religions- und naturphilosophischer Lehren und Praktiken, deren zentrale Grundlage das so genannte Corpus Hermeticum bildete.
Den Autoren und Autorinnen dieses Bandes geht es vor allem um konkrete Erscheinungsformen des Hermetismus. Sie untersuchen charakteristische Bedeutungs- und Rezeptionszusammenhänge sowie individuelle Aneignungen und Umdeutungen hermetischer Vorstellungen von der Mitte des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Als gemeinsames Resultat erscheint der Hermetismus in seiner spezifischen Verknüpfung von Glauben und Wissen als eine zentrale Schnittstelle frühneuzeitlicher Sinngebungen und Wissensbildung.

