Philipp Graf
Die Bernheim-Petition 1933
Jüdische Politik in der Zwischenkriegszeit
1. Auflage 2008
342 Seiten mit 10 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-36988-3
Vandenhoeck & Ruprecht
Schriften des Simon-Dubnow-Instituts - Band 010
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Im Mai 1933 wurde im Namen des Pariser Comité des Délégations Juives beim Völkerbund in Genf die sogenannte Bernheim-Petition eingereicht. Mit ihr wurde die Entrechtung der deutschen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland internationalrechtlich angeklagt. Sie bewirkte, dass bis 1937 in Oberschlesien alle antijüdischen Gesetze außer Kraft gesetzt wurden. Diese Klageschrift, ihre Entstehungsgeschichte und ihre aus heutiger Sicht erstaunlichen Folgen sind weitgehend vergessen, ebenso wie die jüdische Minderheitendiplomatie insgesamt oder ihre einzelnen Vertreter, z.B. Leo Motzkin, Emil Margulies oder Nathan Feinberg.
Philipp Graf untersucht die Petition im Kontext der allgemeinen Minderheitenproblematik der Zwischenkriegszeit und gibt Einsichten in die Praxis nichtstaatlicher jüdischer Interessenvertretung.
Die Bernheim-Petition lässt sich paradigmatisch begreifen. Sie steht für eine Form von jüdischer internationaler Politik zwischen den Weltkriegen, deren Einflussmöglichkeiten angesichts des zunehmenden Nationalismus immer mehr schwanden. Die Untersuchung gestattet einen neuen Blick auf das Wirken solcher transterritorialer jüdischer Organisationen, die seinerzeit auf den Verfall der Völkerbundordnung in den dreißiger Jahren reagierten sowie auf den damit verbundenen Wandel von Minderheiten- zu Menschenrechten.

