Olaf Terpitz
Die Rückkehr des Štetl
Russisch-jüdische Literatur der späten Sowjetzeit
1. Auflage 2008
307 Seiten mit 5 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-36987-6
Vandenhoeck & Ruprecht
Schriften des Simon-Dubnow-Instituts - Band 009
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An den Topos des Štetl knüpfen sich vielfach Vorstellungen von Heimat, Ghetto oder sogar von Rückständigkeit. Demgegenüber ist seine Darstellung in der russischsprachigen jüdischen Literatur der späten Sowjetzeit weniger von nostalgischer Rückbesinnung als vielmehr von einer sowjetisch-jüdischen Interkulturation geprägt.
Olaf Terpitz verbindet eine historische Kontextualisierung des Štetl-Diskurses in der Sowjetzeit mit einem literaturwissenschaftlichen Deutungsansatz. An vier Prosatexten verdeutlicht seine Analyse die Suche der sowjetischen Juden nach einer »brauchbaren Vergangenheit« (David G. Roskies). Sie verlief in Abgrenzung vom sowjetischen Gleichheitspostulat und in Auseinandersetzung mit der eigenen russisch-kulturellen Tradition und reflektierte literarisch ihr Selbstverständnis.
Untersucht werden Anatolij Rybakovs Roman Schwerer Sand (1978), Boris Jampol’skijs unvollendete Erzählung Zigeunerlager (posthum 1978 in Israel veröffentlicht), die Romantrilogie Kerzen im Wind (1979) von Grigorij Kanovic; und schließlich der Roman Halbinsel Judatin (1999) von Oleg Jur’ev.

