Thomas Hahn-Bruckart
Friedrich von Schlümbach – Erweckungsprediger zwischen Deutschland und Amerika
Interkulturalität und Transkonfessionalität im 19. Jahrhundert
1. Auflage 2011
520 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-55804-1
Vandenhoeck & Ruprecht
Arbeiten zur Geschichte des Pietismus - Band 056
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Die transatlantischen Austauschprozesse im Protestantismus des 19. Jahrhunderts sind bisher wenig erforscht. Mit Friedrich von Schlümbach (1842-1901) widmet sich Thomas Hahn-Bruckart einer Gestalt, der eine wesentliche Brückenfunktion zwischen den Kulturen zukam.
Als Jugendlicher in die USA emigriert, wirkte er unter anderem als Kaufmann, Bürgerkriegsoffizier, Journalist, Wahlkampfredner, Prediger, Evangelist, Farmer und Koloniegründer. Seine großstädtischen Evangelisationen in den USA und Deutschland sorgten für großes Aufsehen und geben Einblick in die kirchenpolitischen Konstellationen und interkulturellen Wahrnehmungen seiner Zeit. Mit der Gründung des ersten deutschen CVJM brachte Schlümbach ein Modell der Jugendarbeit nach Deutschland, das dort richtungsweisend werden sollte. Die Erfahrungen mit ihm im Spannungsfeld von Landeskirche und Freikirche hatten Auswirkungen auf die Formierung der Gemeinschaftsbewegung in Deutschland. Seine Erfahrungen in Deutschland wiederum hatten Rückwirkungen auf die Gestaltung deutsch-amerikanischen kirchlichen Lebens in den USA.
Anhand der spannenden Vita dieses bemerkenswerten Erweckungspredigers erschließt der Autor Probleme von Religion, Kirche und Gesellschaft in Deutschland und in den Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er behandelt Fragen der Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Deutsch-Amerikaners und seines Umfeldes zwischen Europa und den USA. Er erhellt unterschiedliche Religionskulturen der Zeit mit ihren differierenden ekklesiologischen Konzeptionen. Damit leistet diese Studie einen wichtigen Beitrag zur bisher kaum erschlossenen Frömmigkeitsgeschichte der westlichen Welt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Zusammenfassung
Die transatlantischen Austauschprozesse im Protestantismus des 19. Jahrhunderts sind bisher wenig erforscht. Mit Friedrich von Schlümbach (1842-1901) widmet sich diese Studie einer Gestalt, die eine wesentliche Brückenfunktion zwischen den Kulturen wahrnahm. Seine großstädtischen Evangelisationen in den USA und Deutschland sorgten für großes Aufsehen und geben Einblick in die kirchenpolitischen Konstellationen und interkulturellen Wahrnehmungen seiner Zeit. Die Studie erhellt unterschiedliche religiöse Kulturen und differierende ekklesiologische Konzeptionen im Austausch zwischen den Kontinenten.

