Diane Deufert
Matthias Bergius (1536–1592)
Antike Dichtungstradition im konfessionellen Zeitalter
1. Auflage 2011
448 Seiten mit 1 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-25295-6
Vandenhoeck & Ruprecht
Hypomnemata - Band 186
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Matthias Bergius (1536–1592), langjähriger Rektor der Katharinenschule in Braunschweig und später Universitätsprofessor in Altdorf, hinterließ als leidenschaftlicher Anhänger der Reformation ein umfangreiches Werk, das zum einen, in hohem Maße anlass- und zeitgebunden, den Glaubensstreit des konfessionellen Zeitalters widerspiegelt, zum anderen, gemäß den Poetiken seiner Zeit, antiker Dichtungstradition stark verhaftet ist und fast deren gesamtes Gattungsspektrum abdeckt. Lange Zeit hoch geschätzt, ist er seit dem 19. Jahrhundert zunehmend in Vergessenheit geraten. Die hier vorgelegte Untersuchung hat zum Ziel, Matthias Bergius und seine weitestgehend lateinisch, vereinzelt auch griechisch abgefassten Dichtungen erstmals systematisch zu erschließen.
Sie umfasst einen Abriss seines Lebens und gibt eine nach Gattungen gegliederte Darstellung seines poetischen Gesamtwerks. Im Zentrum der Arbeit steht sein umfangreichstes Gedicht, das Panegyricum Carmen, welches Bergius 1569 dem gerade gekrönten Herrscher Julius, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, bei seinem Einzug in die Stadt Braunschweig widmete. Durch die Interpretation dieses Gedichts wird exemplarisch verdeutlicht, wie Bergius in der Tradition Philipp Melanchthons und dessen Schüler einen Stoff der Zeitgeschichte dazu nutzte, für die Sache der Reformation mit jenen Mitteln zu werben, welche ihm die antike Dichtungstradition zur Hand gab. Der Arbeit sind eine Edition des Panegyricum Carmen mit kritischem und Similienapparat, Übersetzung und Sachkommentar beigegeben, außerdem ein vollständiges Verzeichnis der Werke von Matthias Bergius sowie ein Abdruck von dessen Autobiographie.

