Pagane Texte und Wertvorstellungen bei Lactanz

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Jochen Walter


Dr. Jochen Walter ist Akademischer Rat z. A. am Seminar für Klassische Philologie in Mainz. Seine Doktorarbeit zum Stellenwert paganer Texte und Wertvorstellungen bei Lactanz wurde 2005 mit dem Ruprecht-Karls-Preis der Universität Heidelberg ausgezeichnet.
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Jochen Walter

Pagane Texte und Wertvorstellungen bei Lactanz

1. Auflage 2006
382 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-25264-2
Vandenhoeck & Ruprecht

Hypomnemata - Band 165

63,95 €
inkl. MwSt.
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Jochen Walter erörtert die raffinierten rhetorischen Techniken, durch die Lactanz vorübergehend Differenzen zwischen »Antikem« und »Christlichem« verschleiert, und diskutiert die methodologischen Aussagen, in denen er diese Techniken reflektiert. Außerdem untersucht er systematisch die zahlreichen intertextuellen Referenzen auf sieben pagane Textgruppen von der Historiographie bis hin zu den Hystaspes-Orakeln. Darüber hinaus werden die Gerechtigkeitskonzeption sowie Lactanz’ Gedanken zu Religion, Philosophie, Politik, Gesellschaft, Bildung und Toleranz vorgestellt. Lactanz weiß diese antiken Diskurse geschickt für seine apologetischen Zwecke zu funktionalisieren; lediglich im Bereich der Politik passt auch er selbst seine Vorstellungen an zeitgenössische Entwicklungen an, ohne aber den Primat des Religiösen vor dem Politischen prinzipiell aufzugeben.

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Was unmittelbar für Jochen Walters Dissertation einnimmt, ist ihre außerordentliche Klarheit, sicher auch ein Grund, sie mit dem Ruprecht-Karls-Preis der Universität Heidelberg auszuzeichnen. Klarheit ist bekanntermaßen auch ein Merkmal des von ihm untersuchten Autors Lactanz – einem der wortmächtigsten afrikanischen Kirchenväter. Er wurde um 260 n.Chr. geboren und verstarb vermutlich am kaiserlichen Hofe im Konzilsjahr von Nikaia. Walter untersucht in seiner Arbeit, mit welcher Zielsetzung Lactanz heidnische Texte und Wertvorstellungen aufgreift und für sich verwertet. Die Forschung orientiert sich bislang weitgehend an dem von Kraft und Wlosok ausgegebenen Postulat der wunderbaren ›Kommensurabilität römischen und biblischen Denkens‹ bei Lactanz.[1] Diese dominierende Vorstellung einer konzilianten Synthese von Antike und Christentum (S. 320) hat gerade in den letzten Jahren neue Perspektiven eröffnet, deren zum Teil verblüffende Wertungen Lactanz regelrecht zum Visionär stilisieren. Walter hingegen fragt ganz nüchtern, ob diese Einschätzungen auch der systematischen Überprüfung standhalten.
Henrike Maria Zilling, H-Soz-u-Kult

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