Autorenporträt

Alexis Hofmeister


Dr. Alexis Hofmeister ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für Osteuropäische Geschichte an der Universität Köln.
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Alexis Hofmeister

Selbstorganisation und Bürgerlichkeit

Jüdisches Vereinswesen in Odessa um 1900

1. Auflage 2007
285 Seiten mit 14 Abb. und 23 Tab. gebunden
ISBN 978-3-525-36986-9
Vandenhoeck & Ruprecht

Schriften des Simon-Dubnow-Instituts - Band 008

34,95 €
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Die Hafenstadt Odessa ist ein besonderer Erinnerungsort der jüdischen Geschichte. Mehr noch als in anderen Metropolen des Zarenreichs gab es hier am Ende des ›langen‹ 19. Jahrhunderts ein reiches und differenziertes Vereinswesen, das weder die Polizeizensur Russlands noch die sich regelmäßig in Pogromen entladenden sozialen Spannungen zu unterdrücken vermochten. Besonders die jüdische Mittel- und Oberschicht sah in dieser Form von Selbstorganisation ihre kulturellen Ideale verwirklicht. Alexis Hofmeister untersucht Entstehung und Struktur jüdischer Vereine in Odessa und zeigt, wie sich hier eine Form von Bürgerlichkeit entwickelte, die moderne zeitspezifische und traditionell jüdische Aspekte miteinander vereinte – eine Mischung, die dem Phänomen der jüdischen Vereinsbildung exemplarische Bedeutung verleiht.

Für die Juden Odessas vollzog sich mit der Etablierung von Vereinen eine Art ›sekundärer Konversion‹ der herkömmlichen – vornehmlich religiösen – jüdischen Gemeinschaftsidee. In der insgesamt religionsfernen Stadt übernahmen die säkularen Vereine Aufgaben der traditionellen jüdischen Gemeinde – vor allem die Sicherung des sozialen Zusammenhalts, berufliche Interessenvertretung und finanzielle Daseinsvorsorge – und lösten sie als Schnittpunkt von Gemeinschaft und Gesellschaft ab.
So wurden die jüdischen Vereine Odessas im repressiven politischen Klima des ausgehenden Zarenreichs einerseits zu Interessenvertretern der jüdischen Bevölkerung insgesamt; andererseits waren sie Teil der transnationalen großstädtischen ›Laboratorien der Moderne‹, in denen ideengeschichtlich bedeutsame Konflikte ausgetragen wurden. Gerade in Odessa entstanden weit über die Stadt hinausreichende Diskurse über Zionismus und Nationalismus, über Minderheitenautonomie und Zugehörigkeit. Wie unter einem Brennglas lassen sich in den jüdischen Vereinen und Vereinigungen Odessas jene Kräfteverhältnisse studieren, die den Weg der jüdischen Bevölkerung in der Moderne bedingten.

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Pressestimmen    
This is essential redaing for anyone interested in communal life of Russian Jewry, modernization, urban life, and many more topics.
Shaul Stampfer, The Russian Review

Die vorliegende Studie bietet eine kompetente Untersuchung, die eine Bereicherung der Forschungen zum jüdischen Vereinswesen, aber auch zu urbanen Vergesellschaftungsformen im Russischen Reich darstellt.
Kerstin Armborst, sehepunkte

[Die Arbeit] erweitert den Forschungsstand und ist auch sprachlich sehr ansprechend.
Kerstin Susanne Jobst, H-Soz-u-Kult

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