Christoph Sauer
Valerius Flaccus’ dramatische Erzähltechnik
1. Auflage 2011
240 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-25296-3
Vandenhoeck & Ruprecht
Hypomnemata - Band 187
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Der flavische Epiker Valerius Flaccus hat in der Forschung der letzten Jahrzehnte eine bemerkenswerte Beachtung gefunden. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die Frage nach dem grundlegenden Charakter seiner Kompositions- und Erzähltechnik. Valerius entpuppt sich als ein dramatischer Erzähler in der Nachfolge Vergils.
Ausgangspunkt ist eine Analyse des ersten Buchs und der Cyzicus-Episode der Argonautica. Es lässt sich, nicht zuletzt im direkten Vergleich mit den entsprechenden Partien aus dem Epos des Apollonios Rhodios, nachweisen, wie sehr Valerius daran gelegen ist, eine konzentrierte, folgerichtig auf ein Ziel hin laufende, spannungsreiche, aber zugleich in sich geschlossenen und damit einheitliche Handlung zu schaffen.
Die Gestaltung der Argonautica dürfte demnach der von Aristoteles in der Poetik entwickelten und von Horaz im Brief an die Pisonen aufgegriffenen Forderung, dass Geschehnisse auch in einem epischen Werk dramatisch zusammengefügt sein müssen, entsprechen.
Die Handlung der Argonautica wird getragen von einem Antagonismus zutiefst fragwürdiger Motive und von klar konturierten Konfliktlinien, die zu großem Leid führen. Die sich hierbei ergebende schicksalhafte Verkettung von bestürzenden Vorfällen wird jeweils ausgelöst durch eine hamartia. Darüber hinaus sind Peripetien und Momente der Wiedererkennung unerwartete und erstaunliche, jedoch schlüssig angelegte Vorgänge, die im Ablauf der Ereignisse entscheidende Höhepunkte bilden.

