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Ute Hasenöhrl
Zivilgesellschaft und Protest
Eine Geschichte der Naturschutz- und Umweltbewegung in Bayern 1945–1980
1. Auflage 2010
632 Seiten mit 28 Abb. und 11 Tabellen gebunden
ISBN 978-3-525-31707-5
Vandenhoeck & Ruprecht
Umwelt und Gesellschaft - Band 002
zzgl. Versand
Der bayerische Natur- und Umweltschutz erlebte zwischen Kriegsende und den späten 1970er Jahren einen fundamentalen personellen, weltanschaulichen und handlungspraktischen Umbruch. Ute Hasenöhrl analysiert dieses Phänomen anhand zentraler Konfliktfelder, wie Atomkraft und Tourismus, und ihrer Akteure. Sie zeigt, wie sich der bayerische Naturschutz von einer primär konservativen Bewegung auch zu einem Anliegen der postmateriell orientierten Linken entwickelte. Er verlor einen Großteil seiner Staatsnähe, politisierte und radikalisierte sich, ohne allerdings auf praktische Zusammenarbeit zu verzichten. Neben dem Wandel werden zugleich langfristige Kontinuitäten deutlich: Denn auch »Opas Naturschutz« war keineswegs so altmodisch und passiv, wie gängige Klischees der Wirtschaftswunderjahre suggerieren.
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I. Einleitung
1. Grundfragestellung
2. Begründung der Themenwahl
3. Forschungsstand und Quellenlage
3.1. Forschungsstand
3.2. Quellenlage
4. Gliederung
5. Methoden, Theorien und Begriffe
5.1. Das Konzept der Zivilgesellschaft
5.2. Zivilgesellschaft und Gemeinwohl
5.3. Kollektivgüter, kollektives Handeln und soziale Bewegungen
5.4. Begriffsklärungen: Naturschutz, Umweltschutz, Ökologie, Landschaft
II. Die Naturschutzbewegung vor 1945. Ein Überblick
1. Die Industrialisierung und ihre Folgen für Natur und Umwelt
2. Die Naturschutzbewegung im Kaiserreich
3. Weimarer Republik und Nationalsozialismus
III. Akteure und Konfliktfelder 1945-70: Wiederaufbau und Konsolidierung
1. Natur und Umwelt im Kontext: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der frühen Bundesrepublik
1.1. Grundlinien der Entwicklung
1.2. Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Umwelt
2. Der bayerische Naturschutz in den 1940er bis 60er Jahren
2.1. Der Bund Naturschutz in Bayern
2.1.1. Vereinshistorie von der Gründung 1913 bis Ende der 1960er Jahre
2.1.2. Verhaltensstil und Verhältnis zum Staat
2.1.3. Inhaltliche Ausrichtung
2.2. Der Touristenverein ›Die Naturfreunde‹, Landesverband Bayern
2.2.1. Die Glanzzeit: Kaiserreich und Weimarer Republik
2.2.2. Der Wiederaufbau der Natufreunde-Bewegung nach 1945
2.2.3. Selbstbild und politisches Engagement von NF und NFJ
2.2.4. Das Engagement der NF im Natur- und Umweltschutz und ihr Verhältnis zu den ›bürgerlichen‹ Naturschutzvereinigungen
2.3. Otto Kraus, die Landesstelle für Naturschutz und der amtliche Naturschutz in Bayern
3. Der Ausbau der bayerischen Wasserkräfte
3.1. Entwicklung und Struktur der Elektrizitätsversorgung bis 1945
3.2. Von der Energienot zur Energieschwemme: Die Energiepolitik des Freistaats in der Nachkriegszeit
3.3. Naturschutz und Wasserkraft
3.3.1. Die Überleitung des Rißbachs in den Walchensee
3.3.2. Der Ausbau des Lechs
3.3.3. Wasserkraftwerke geringer und mittlerer Größe
4. Naturschutz und Tourismus
4.1. Die ›bayerische Bergbahnseuche‹
4.1.1. Die Jennerbahn
4.1.2. Die Karwendelbahn
4.1.3. Die Hochgratbahn (I)
4.1.4. Der Inzeller Staufen
4.1.5. Die Hochgratbahn (II)
4.1.6. Zusammenfassung
4.2. Fremdenverkehr und ›touristischer Blick‹
5. Die zivile Nutzung der Atomkraft
5.1. Die Anfänge der bayerischen Atompolitik und die Errichtung des ›Atomeies‹ in Garching
5.2. Die ersten bayerischen Atomkraftwerke: Kahl, Gundremmingen, Niederaichbach
5.2.1. Kahl
5.2.2. Gundremmingen und Bertoldsheim
5.2.3. Niederaichbach
5.2.4. Kriterien der Standortwahl
5.3. Protonenbeschleuniger Ebersberger Forst
5.4. Naturschutz und Atomkraft
6. Naturschutz im Wandel: Deutschlands erster Nationalpark im Bayerischen Wald
6.1. Vorgeschichte und naturräumliche Voraussetzungen
6.2. Von der Tierfreistätte zum Urwald – Ein Konzept im Wandel
6.2.1. Grzimeks ›Tierfreistätte‹. Konzept und Reaktionen
6.2.2. Das Haber-Gutachten und die Weiterentwicklung des Nationalparkkonzepts
6.2.3. Der Nationalpark Bayerischer Wald nach seiner Einweihung
6.3. Fazit: Naturschutz im Wandel
IV. Akteure und Konfliktfelder 1970-80: Wachsendes Unbehagen an der materiellen Wohlstandsgesellschaft und Neuansätze in der Wahrnehmung von Natur und Umwelt
1. Natur und Umwelt im Kontext: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der 1970er Jahre
1.1. Grundlinien der Entwicklung
1.2. Der Paradigmenwechsel der frühen 1970er Jahre
1.2.1. Die ›Entdeckung‹ der Umweltpolitik
1.2.2. ›Die Grenzen des Wachstums‹ und die Ölkrise der Jahre 1973/74
1.2.3. Die Ökologie zwischen biologischer Fachdisziplin und politischer Ideologie
2. Der bayerische Natur- und Umweltschutz in den 1970er Jahren
2.1. Die Modernisierung des Bund Naturschutz in der ›Ära Weinzierl‹
2.1.1. Die ‚Palastrevolution’ 1969
2.1.2. Der organisatorische Umbau des BN
2.1.3. Umweltschutz, Ökologie und die Politisierung des Naturschutzes
2.1.4. Die Vorgehensweise des BN zwischen Integration in amtliche Verfahren und öffentlichem Protest
2.2. Die Naturfreunde in den 1970er Jahren
2.2.1. Das Engagement der NF für Natur- und Umweltschutz im Spannungsverhältnis zwischen SPD und Mitgliederbasis
2.2.2. Die NF und die ökologische Bewegung
2.3. ›Traditioneller‹ Naturschutz, Bürgerinitiativen und die Gründung der Grünen Partei
3. Ein neues Bedürfnis nach Natur? – Fremdenverkehr und Erholung
3.1. Konflikte um Seilbahnen im bayerischen Alpenraum
3.1.1. Die Watzmannbahn
3.1.2. Der Kampf um die Rotwand
3.1.3. Alpinismus und Naturschutz: Der Deutsche Alpenverein
3.1.4. Massentourismus und ›sanfter Tourismus‹
3.2. Der Nationalpark Berchtesgaden
3.2.1. Nationalpark und Fremdenverkehr. Der Konflikt um die Jennerbahn
3.2.2. ›Die gesamte Natur sich selbst überlassen‹ – Die Debatte um Forstwirtschaft und Jagd in den Nationalparken Berchtesgaden und Bayerischer Wald
3.2.3. Veränderungen in der Sicht auf die ideale Natur
4. Energiepolitik in der Krise: Wasserkraft und Atomkraft in den 1970er Jahren
4.1. Der Ausbau der Salzach
4.1.1. Trägergruppen und Organisationsform
4.1.2. Handlungspraxis
4.1.3. Argumentationsweise
4.1.4. Vergleich mit früheren Konflikten um die Nutzung der bayerischen Wasserkräfte
4.2. Die Energiepolitik Bayerns nach der Ölkrise der Jahre 1973/74
4.3. Die bundesdeutsche Anti-AKW-Bewegung: Ein Überblick
4.4. Grafenrheinfeld
4.4.1. Der Standort Grafenrheinfeld – Pro und Contra
4.4.2. Akteure und Trägergruppen
4.4.3. Konfliktablauf und Aktivitäten
4.4.4. Von der Heilsbringerin zum Teufelswerkzeug: Naturschutz und Atomkraft (II)
4.5. Rehling
4.5.1. Argumentationsweise
4.5.2. Akteure und Aktionsformen
4.5.3. Exkurs: Frauen in der bayerischen Naturschutz- und Umweltbewegung
4.6. Die bayerischen Proteste gegen die Atomenergie im Kontext der bundesdeutschen Anti-AKW-Bewegung
4.6.1. Die bayerische Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre – Merkmale
4.6.2. Legale Protestformen, ziviler Ungehorsam und Gewalt: Diskurs und Praxis
V. Zivilgesellschaft, Gemeinwohl und Kollektivgüter
1. Konkurrierende Nutzungsansprüche an Kollektivgütern
2. Privates Gut oder Kollektivgut?
2.1. Der freie Zugang zu landschaftlichen Schönheiten
2.2. Luftverschmutzung als Externalitätenproblem
3. Die Abwägung unterschiedlicher Kollektivgüterund Gemeinwohlinteressen am Beispiel der Atomkraft
4. Zusammenfassende Schlußfolgerungen
5. Gemeinwohl und Kollektivgüter in der Konzeptualisierung der Zivilgesellschaft
VI. Fazit: Wandel und Kontinuitäten in der bayerischen Naturschutz- und Umweltbewegung von 1945 bis 1980
1. Argumentationsweise, Naturbild und Gesellschaftsvorstellungen
2. Organisation, Trägergruppen und Aktionsformen
3. Zivilgesellschaft und Umweltgeschichte – ein Ausblick
4. Diskurs- und Handlungspraxis der bayerischen Naturschutz- und Umweltbewegung in der Nachkriegszeit – Kurzfassung zentraler Ergebnisse
VII. Anhang
1. Abbildungen
2. Abkürzungsverzeichnis
3. Quellenverzeichnis
3.1. Archivalien
3.2. Korrespondenz
3.3. Interviews
3.4. Zeitschriften
3.5. Gedruckte Quellen
4. Literaturverzeichnis
5. URL
6. Lebenslauf

