Matthias Rein
Conversio deutsch
Studien zur Geschichte von Wort und Konzept ›bekehren‹, insbesondere in der deutschen Sprache des Mittelalters
1. Auflage 2012
560 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-36715-5
Vandenhoeck & Ruprecht
Historische Semantik - Band 016
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Im Mittelhochdeutschen heißt bekêren auch »sich umwenden«. Matthias Rein entwirft eine systematische Geschichte der Bedeutungsentwicklungen in der Wortgeschichte von »bekehren«. Die theologisch-konzeptuelle Seite der Semantik und die »motorische« Grundbedeutung wechseln und konkurrieren miteinander. Die heutige Festlegung von »bekehren« auf die konzeptuelle Semantik ist ein neuzeitliches Phänomen: Während des Mittelalters – seit der spätalthochdeutschen Zeit – wächst zwar der Anteil der Konzeptbedeutung kontinuierlich, selbst im Frühneuhochdeutschen aber wird bekêren auch noch motorisch verwendet.
Im Sinne einer Historischen Semantik von bekehrengeht es hier darum, Bedeutungsvarianz und Bezeichnungskonkurrenz im Bezug auf die theologisch-konzeptuelle Seite der Semantik wie auf die »motorische« Grundbedeutung (mhd. bekêren heißt eben u.a. auch »sich umwenden«) festzustellen und eine systematische Geschichte dieser Bedeutungsentwicklungen als Wortgeschichte von bekehren in der deutschen Sprache des Mittelalters zu entwerfen. Dem Hauptschwerpunkt auf der Wortgeschichte im mittelalterlichen Deutschen ging dabei eine Behandlung der Herkunft des theologischen Konzepts ›bekehren‹ die Argumentation im Hauptteil voran, die von den Ursprüngen des Konzeptes in den Prophetenschriften der hebräischen Bibel über die »Durchgangsstationen« Griechisch und Lateinisch als das Konzept ›bekehren‹ mit dem Christentum »vermittelnde« Sprachen bis zu früheren und gleichzeitigen germanischsprachigen (nämlich gotischen und altenglischen) Aneignungsversuchen des Konzeptes führt. Das Bestreben, alle auffindbaren Belege aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen einzubeziehen, sollte eine möglichst umfassende Erarbeitung des mittelalterlichen Wortgebrauchs ermöglichen. Dabei konnte festgestellt werden, dass die heutige Festlegung von bekehren auf die konzeptuelle Semantik ein neuzeitliches Phänomen ist: Während des Mittelalters wächst zwar der Anteil der Konzeptbedeutung kontinuierlich seit der spätalthochdeutschen Zeit, selbst im Frühneuhochdeutschen aber wird bekehren auch noch motorisch verwendet.

