Andreas Schatzmann
Nikarchos II: Epigrammata
Einleitung, Texte, Kommentar
1. Auflage 2012
421 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-25288-8
Vandenhoeck & Ruprecht
Hypomnemata - Band 188
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Vorgelegt wird erstmals eine umfassende Kommentierung aller erhaltenen Epigramme des möglicherweise aus Ägypten stammenden Nikarch II (2. Hälfte 1 Jh. n. Chr.). Seine in griechischer Sprache verfassten Spottepigramme, die teilweise auch der lateinisch schreibende Martial als Modell benutzt hat, sind zum größten Teil in den Sammelhandschriften der Anthologia Palatina und Planudea überliefert; seit 1999 sind zudem 6 neue Gedichte auf Papyrus bekannt geworden. Der »Sitz im Leben« dieser Gedichte ist gewiss in der Unterhaltungskultur anlässlich des antiken Gastmahls zu sehen, wofür es in den Texten selbst zahlreiche Hinweise gibt.
In der Untersuchung werden der Sprache, dem Stil und den ausgeklügelten literarischen Techniken Nikarchs besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Nikarchs Stil entspricht der Umgangssprache seiner Zeit und besitzt seine nächsten Vergleiche in der Septuaginta und in auf Papyrus überlieferten Alltagstexten.
Dazu in Kontrast gesetzt sind Passagen mit ausgesucht epischem oder dramatischem Vokabular, welches Homer und andere Autoren parodiert. Auf inhaltlich-motivischer Ebene stellen die für die Gattung konstitutiven Beziehungen zu Epigrammen anderer Autoren oder zu Homer, aber auch solche innerhalb der eigenen Epigramme ein wichtiges Gestaltungsmerkmal dar. Manchmal werden im selben Gedicht ursprünglich getrennte traditionelle Epigrammthemen wie Lob auf Athleten, Erotik, Grabinschrift auf originelle und überraschende Weise verknüpft.
Die fortlaufende Texterklärung wird jeweils durch Essays ergänzt, in welchen Deutungen doppelbödiger Semantik und struktureller Eigentümlichkeiten sowie mögliche intertextuelle Beziehungen zu anderen Texten zur Diskussion gestellt werden und auch traditionelle Interpretationen kritisch hinterfragt werden.

