Karin Wild
Beschriftete mesopotamische Siegel der Frühdynastischen und der Akkad-Zeit
1. Auflage 2011
XII, 460 Seiten mit 965 Abb. und 26 Tab. gebunden
ISBN 978-3-525-54372-6
Vandenhoeck & Ruprecht
Orbis Biblicus et Orientalis. Series Archaeologica - Band 032
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Rollsiegel spielten im täglichen Leben der Menschen im alten Vorderen Orient eine große Rolle. Neben der Auswahl der Darstellung konnte der Besitzer seinem Rollsiegel eine persönliche Note verleihen, in dem er eine Inschrift mit seinem Namen, oftmals gefolgt von weiteren Angaben, anbringen ließ. Diese bis ins 1. Jahrtausend v.Chr. hinein bestehende Tradition nahm ihren Anfang um die Mitte des 3. Jahrtausends v.Chr. Hier setzt die Arbeit von Karin Wild ein. Karin Wild bietet erstmals eine Zusammenstellung und Untersuchung der beschrifteten Siegel aus zwei wichtigen Epochen des alten Vorderen Orients: der Frühdynastischen und der Akkad-Zeit.
Die Erstellung einer Legendentypologie und detaillierte Auswertungen zum Inhalt der Legenden, aber auch zum Anbringungsort der Inschriften im Siegelbild ermöglichen es, eine umfassende Entwicklung der Siegelinschriften von der frühdynastischen bis zur Akkad-Zeit nachzuzeichnen.
Rohn untersucht auch Verbindungen zwischen dem Siegelbild und den Legenden, sowie zwischen Siegelbild und Herstellungsmaterial. Direkte Bezüge zwischen der Darstellung und der Inschrift können aufgezeigt werden, wenn die Siegelinhaber bzw. die Auftraggeber zu den höchsten Gesellschaftskreisen zählten. So ließ z.B. die Priesterin des Mondgottes von Ur und Tochter des Königs von Akkad für einen ihrer Untergebenen ein Siegel mit einer Darstellung des Mondgottes anfertigen. Hypothesen einer Verbindung zwischen dem Herstellungsmaterial frühdynastischer Siegel und dem Siegelbild (etwa, dass bei Siegeln im Besitz von Frauen Bankettszenen nur auf Lapislazulisiegeln angebracht wurden) konnten widerlegt werden.

