Erika Fischer
Tell el-Far´ah (Süd)
Ägyptisch-levantinische Beziehungen im späten 2. Jahrtausend v.Chr.
1. Auflage 2011
IX, 441 Seiten mit 213 Abb. und einer Tafel gebunden
ISBN 978-3-525-54368-9
Vandenhoeck & Ruprecht
Orbis Biblicus et Orientalis - Band 247
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Tell el-Far’ah (Süd) zählt zu den Orten im südlichen Palästina, die W.M.F. Petrie ausgewählt hatte, um dort nach ägyptischen Hinterlassenschaften zu suchen und somit die vielfältigen Beziehungen zwischen Ägypten und Palästina besser zu verstehen. Seine Erwartungen sollten sich in Tell el-Far’ah in hohem Maße erfüllen. Außer zahlreichen Gräbern mit ägyptischem Fundgut konnte auch ein großes Haus freigelegt werden, das Petrie als ägyptische Residenz eines Gouverneurs deutete. Ausschlaggebend dafür waren in dem Gebäude gefundene gravierte Elfenbeinpaneele, die einst einen hölzernen Gegenstand dekoriert hatten. Petrie präsentierte seine Erkenntnisse in wenigen Sätzen, ohne sich mit Vergleichen oder näheren Begründungen aufzuhalten. Andere Gelehrte, die Petries Interpretationen teilen oder andere Auffassungen vertreten, haben sich mit den Funden und Befunden nie eingehend auseinandergesetzt. Fischer bietet erstmals eine detaillierte Analyse sowohl der Elfenbeinpaneele als auch der Residenz.
Stratigraphie und Baugeschichte des Gebäudes bleiben problematisch. Um das Haus im kulturellen und historischen Kontext der spätbronzezeitlichen Levante angemessen beurteilen zu können, erfolgt eine kritische Diskussion der sogenannten Gouverneursresidenzen, die aufzeigt, wie widersprüchlich die bisherigen Klassifizierungen und Interpretationen der fraglichen Bauwerke sind.
Die eingehende ikonographische Untersuchung bildet die Basis für die Datierung und kunsthistorische Einordnung der Schnitzereien sowie die Deutung der abgebildeten Hauptperson. Abschließend legt Fischer dar, in welcher Beziehung Auftraggeber, Paneele und Haus zueinander standen.

