Klaus Kempter
Joseph Wulf
Ein Historikerschicksal in Deutschland
1. Auflage 2012
422 Seiten mit 11 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-36956-2
Vandenhoeck & Ruprecht
Schriften des Simon-Dubnow-Instituts - Band 018
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Der Auschwitz-Überlebende Joseph Wulf (1912–1974) war in den 1950er Jahren der erste, der in Deutschland Bücher zum Holocaust publizierte. Vor einigen Jahren entspann sich um ihn eine Kontroverse über die frühe bundesrepublikanische NS-Forschung. In ihrem Zentrum stand die Frage, ob die deutsche Zeitgeschichtsforschung nationalapologetisch war und die jüdische Geschichtserfahrung – die Perspektive der Opfer – systematisch ausklammerte. Klaus Kempter beleuchtet diese Frage anhand von Leben und Werk Joseph Wulfs neu. Er verdeutlicht: Das vorherrschende, durch seinen Suizid 1974 scheinbar bestätigte Bild Wulfs als tragische und gescheiterte Existenz ist zu korrigieren. Wulf war aufgrund seiner Herkunft und seines Lebenswegs ein Außenseiter, doch seine Publikationen trugen wesentlich zur Aufklärung über den Nationalsozialismus bei. Die Monografie erscheint zum 100. Geburtstag des Historikers am 22. Dezember.

