Matthias Meyer, Alexander Sager (Hg.)
Verstellung und Betrug im Mittelalter und in der mittelalterlichen Literatur
1. Auflage 2011
ca. 300 Seiten gebunden
ISBN 978-3-89971-880-5
V&R unipress
erscheint Juli 2013
Aventiuren - Band 007
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Buch
Es gehört zu den bekannten Topoi mittelalterlicher Literatur, dass Außen und Innen der Protagonisten ein hohes Maß an Kongruenz aufweisen. Diese Kongruenz wird auch da thematisiert, wo sie – scheinbar – nicht gilt, so etwa im vermeintlichen Kaufmannssohn Tristan. Dies zeigt bereits, wo und wie die Vorstellung der Kongruenz von Innen und Außen – und damit die Möglichkeiten zur Verstellung – an ihre (zumindest narrativen) Grenzen stößt. Der Tristan-Stoff und das Nibelungenlied bieten viel diskutierte und wohlbekannte Beispiele einer zumindest temporär erfolgreichen Verstellung, einem temporären Aufheben dieser Kongruenzbeziehung. Doch auch außerhalb dieser bekannten Fälle gibt es – zum Teil sehr viel erfolgreichere, zum Teil vollständig misslingende – Beispiele für Verstellungen: Die im Band versammelten Aufsätze diskutieren Fälle, die von der angelsächsischen Genesis B über Herzog Ernst, Alexanderroman bis hin zum Friedrich von Schwaben reichen, Phänomene aus dem Minnesang und aus der Aristoteles- und Phyllis-Tradition werden ebenso diskutiert wie solche aus der Mystik.

