Herausgeberporträt

Martin Espenhorst


Martin Espenhorst
Dr. Martin Espenhorst geb. Peters ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz. Er koordinierte das Projekt »Europäische Friedensverträge der Vormoderne« und war Ko-Projektleiter im Verbund »Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien im vormodernen Friedensprozess«.
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Mit Beiträgen von

Johannes Burkhardt (Augsburg), Matthias Schnettger (Mainz), Ralf-Peter Fuchs (München), Daniel Hildebrand (Mainz), Anuschka Tischer (Marburg), Dennis Dierks (Jena), Martin Espenhorst (Mainz), Thomas Haye (Göttingen).

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Martin Espenhorst (Hg.)

Frieden durch Sprache?

Studien zum kommunikativen Umgang mit Konflikten und Konfliktlösungen

1. Auflage 2012
VI, 202 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-10194-0
Vandenhoeck & Ruprecht

Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz Beihefte - Band 091

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Dass weitreichende historische Effekte durch Sprache und Übersetzungen entstehen können, ist durch die Bibelübersetzung Martin Luthers gut bekannt. Politische Prozesse sogar komplexer moderner Gesellschaften werden durch Translationen – hierzu gehören auch Defizite wie kommunikative Missverständnisse – gesteuert.
Wie wurde Frieden zwischen den Dynastien und Gemeinwesen sprachlich vermittelt?
Welche politische und kulturelle Funktion besaß Sprache bei Friedenswahrung und Friedensstiftung? Zwar existieren bereits vereinzelt Studien zur vormodernen Verhandlungstechnik und -strategie. Doch die kommunikative Dimension von Friedensverhandlungen in der frühen Neuzeit wurde noch nicht systematisch untersucht. Die Beiträge des Sammelbandes »Frieden durch Sprache?« widmen sich daher dieser komplexen Fragestellung und erörtern einzelne relevante Aspekte.

Ziel vormoderner Friedensverhandlungen war es in der Regel, einen Konsens in einem hochgradig verdichteten Feld aus politischen, konfessionellen, rechtlichen, zeremoniellen und nationalen Interessen zu schaffen. Die Gesprächsinhalte und -ziele, die regional sehr unterschiedlich aufgeladen waren, die Art der Kommunikationsorganisation, die unmittelbar oder über Zwischeninstanzen und Gremien erfolgen konnte, oder auch der Einsatz von Geschenken, zeremoniellen Standards sowie symbolischen Handlungsketten konnten heterogener nicht sein. Daher galt es, Missverständnisse zu antizipieren, zu durchschauen, zu überbrücken oder gezielt zu schaffen.
Das »Macht-Spiel« mit der Sprache, die Translationsleistungen von Literatur und Kunst sowie Medien, die kommunikativen Hintergründe der Friedensprozesse, aber auch nicht zu vergessen der Diskurs unterschiedlicher Friedensordnungen sind Thema des BMBF-geförderten Verbundprojektes »Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien im vormodernen Friedensprozess«, an dem sich das Institut für Europäische Geschichte in Mainz, das Institut für Europäische Kulturgeschichte in Augsburg sowie die Staatsgalerie Stuttgart beteiligen. Der Band »Frieden durch Sprache?« dokumentiert Forschungsergebnisse dieses Vorhabens.

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